3 Tage, 2 Länder und eine Frau

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Ein aufregendes Wochenende war das am Bodensee. Ja ich weiß, wenn man das Wort Bodensee liest dann klingt das genau so spannend wie Kuraufenthalt. Aber weit gefehlt! Schon die Anreise zeigte die Vielfältigkeit dieser wunderschönen Region. Kloster, Kloster, Kloster, Psychiatrie. Anscheinend wird hier sogar auf Single Frauen intensiv eingegangen.

Am Grenzübergang Konstanz – Kreuzlingen angekommen zückte ich schon hoch motiviert mein Personalausweis. Interessierte bloß niemanden. Wahrscheinlich geht von einer Frau in einem Mini keine große Gefahr aus. Ich gebe ja zu, dass dieses Bild eher dem Film „Mr. Bean macht Urlaub“ glich, aber trotzdem ein wenig Aufmerksamkeit wäre wünschenswert gewesen.

Salü Schweiz! Keine 12 Minuten später saß ich schon am Käsefondue und tunkte freudig mein Brötlie in das Kirschwasser. Die Schweizer verstehen etwas von Esskultur und so schloss ich sie sofort in mein Herz.

Am nächsten Morgen bei Sonnenschein stand dann Sightseeing an. Okay es war Mittag und neblig, aber der Blick auf den See bei einer Tasse Kaffee machte alles wieder wett. Und los – ab nach Konstanz! 

neu 5Mein persönlicher Sightseeing Guide und bester Freund aus der Heimat, dem es vor Jahren an den Bodensee verschlagen hat, stand schon in den Startlöchern. 10 Minuten später merkte ich, dass sein Satz wohl hieß: „Ab nach Konstanz, wir laufen!“ und nicht wie ich verstand: „Ab nach Konstanz, wir saufen!“  Also bummelten wir frohen Mutes am Bodensee entlang und da stand sie – meine Kindheit. Okay es war ein Mann – keine Frau, es waren Krähen – keine Spatzen und im Central Park stand ich auch nicht, aber ich fühlte mich wie Kevin allein in New York.

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In Konstanz angekommen war ich sofort von dieser Stadt begeistert. Hier herrschte das blühende Leben. Zahlreiche auf ihre Weise gestaltete kleine Cafes, Boutiquen in verwinkelten Gassen mit diesem gewissen Charme und skurrile Lebenskünstler, die ihren Lebensunterhalt mit aufbrausendem Geklimper auf einem „Klavier to go“ verdienten. Selbst ertappte ich mich dabei, wie ich darüber nachdachte, ob Lebenskünstler eine Alternative für mich wäre. Es gibt eben Menschen, die können gutes Geld mit Singen, Spielen eines Instrumentes oder einer akrobatischen Showeinlage in der Innenstadt verdienen und dann gibt es mich. Mit dem Gedanken, wild klatschend (dies beschreibt wohl mein Talent diesbezüglich am besten) Geld zu verdienen, saß ich wenige Minuten später im Café Pano und gönnte mir ein Stück Kuchen.

neu 4Gefühlte 100 Läden, eine glühende Karte, ein müde wirkender Tour Guide und ein Sektchen aus der Dose später waren wir an der Imperia angekommen. Eine neun Meter hohe, beeindruckende, gut geformte Frau aus 18 Tonnen Beton ! Auf ihrer linken erhobenen Handfläche ein zwergenhafter Mann, der mit dem Tragen eines Tiaras den Papst darstellte und auf ihrer Rechten ein Mann mit Krönchen, das war wohl dann der Kaiser. Natürlich wollte ich mehr über diese Frau wissen und löcherte meinen Guide, der mir lediglich mit entsetzter und flüsternder Stimme eines entgegen bringen konnte: Das war eine Hure! – Aha ! Höchst interessant ! Sofort zückte ich mein Handy und musste dessen auf den Grund gehen. Ein Wikipedia-Eintrag später stellte ich fest, er hatte recht. Eine Kurtisane ! Ich war empört und gleichzeitig wurde mit einem Satz aus selbigem Eintrag wieder mal alles bestätigt. „Kaiser und Papst sind Spielball ihrer eigenen Libido“. Dieses Problem ist anscheinend schon über einige Epochen bekannt. Wer kennt sie nicht, diese Kaiser und Päpste!

Da mein Tour Guide von meinem Vorschlag eine After-Shopping-Revival-Party zu halten nur peripher Interesse zeigte, entschieden wir uns für ein kurzes Päuschen zu Hause, um uns anschließend ins konstantiner Nachtleben zur stürzen. Die Zeit nutzte ich teilweise sinnvoll und informierte mich über die Lebenskosten in Kreuzlingen (CH). Eine wunderschöne, neu sanierte 95 qm Wohnung mit einem minimalistischen Blick auf den Bodensee und einem Stellplatz fürs Auto würden mich knappe 1870 Franken kosten. Das wären nach aktuellem Kurs 1682,87€ oder 1683 wild klatschende Stunden in der Innenstadt. Ein super Freizeitangebot, dass sich vom Surfen bis zum Eislaufen erstreckte sowie der See, der das Lebensgefühl sofort ansteigen lässt, haben nun mal seinen Preis. Meine Recherchen wurden kurzerhand unterbrochen, als ich das einmalige Angebot bekam einige Runden fliegen zu dürfen und zwar mit niemand anderen als mit Looping Louie. Ich werde darauf nun nicht näher eingehen. Die Kenner können es sich denken und den Unwissenden empfehle ich es dringend nach zu holen.

Nach einigen rasanten Runden entschieden wir uns dann für eine anständige Grundlage und fuhren vorbildlich mit einem Taxi ins il boccone. Schon der Gedanke an dieses Essen hat explosionsartige Auswirkungen auf meine Speicheldrüsen. Passend dazu das ganze Ambiente, die Liebe zum Detail und das zuvorkommende Personal machen diesen Besuch unvergesslich.

neu 6Nun stand dem Nachtleben nichts mehr im Wege abgesehen von der 400 Meter Schlange vor der ersten Location. Also ging es spontan zur Nächsten. Konstanz hat da einiges zu bieten und so landeten wir im Berry´s. Mit der Frage: „Darf ich dich auf ein Getränk einladen“, wurde ich anscheinend schon von der konstantinischen Bevölkerung erwartet. Dem war nichts negatives entgegen zu bringen. Jedoch die zweite „Frage“ brachte es zum Vorschein und es war nicht mehr zu leugnen. Bis(ch)t Ers(ch)ts(ch)emes(ch)ter? Da stand er – Der Schwabe! Wie konnte mir das bei der ersten Frage entgehen? „Darf ich dich auf ein Getränk einladen“ enthält nun mal kein S Laut und so beantwortete ich mir meine Frage selbst. Trotz zeitweisen massiven Kommunikationsschwierigkeiten ist unterm Strich zu sagen, dass die Konstantiner und ihre zugezogenen Studenten ein durchaus nettes Volk sind, das sich sehen lassen kann. Es war einfach ein gelungener Abend – ein gelungener Trip.

Ich habe gefeiert, gelacht, getanzt und ein wenig gelitten – an Fußschmerz – aber das war es wert.

So komme ich zu meinem Resumé und verteile meine fünf möglichen Sinn-City-Herzen!

Freizeitangebot: ♥♥♥♥♥

Locations: ♥♥♥♥

berufliche Perspektiven: ♥♥♥

Lebenskosten: ♥

Besonderheiten: ♥♥♥

Menschen: ♥♥♥♥

Bye Konstanz / Kreuzlingen wir sehen und definitiv wieder!

Next Stop – Straubing!

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Ein Gedanke zu “3 Tage, 2 Länder und eine Frau

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