From the east side to the west side ….

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So, es war wieder soweit – der Weekender wurde gepackt. Weekender? Was ist denn mit dem Koffer? Auf gepackten Koffern sitzen, sollte durchaus als Sprichwort gesehen und auf gar keinen Fall wörtlich genommen werden. Es könnte nämlich durchaus passieren, dass eine Rolle des besagten Koffers abbricht und man kopfüber in sein Kräuterbeet kippt.

Also gab es mittags Rührei mit Schnittlauch und der Weekender wurde gepackt. Was eine Herausforderung für sich darstellt. Betrachtet man die lächerliche Größe eines Weekenders und die lebensnotwendigen Dinge, die Frau braucht, grenzt das eindeutig an Schikane der Hersteller.

Allen Schikanen zum Trotz und mit einer ausgeklügelten Einpacktechnik, die sogar MacGyver kopiert hätte, konnte es nun los gehen. Next Stop Straubing. Warum Straubing ? Mit einer Größe von round about 45.000 Einwohner zählt es wohl nicht zu den bevölkerungsreichsten Städten, aber die Einwohner zählen wohl mit zu den Witzigsten. Zu diesem Entschluss kam ich, als ich im Sommer einen Zeitungsartikel über das Gäubodenvolksfest, das zweit größte Volksfest in Bayern, in unserer Tageszeitung las.

In den frühen Morgenstunden kam ein spärlich bekleideter Besucher des Gäubodenvolksfestes zur Wache der PI Straubing. Der alkoholisierte Mann gab gegenüber den Beamten an, dass er sich nach einem ausgiebigen Besuch des Volksfestes in eine Wiese unweit des Festplatzes zum Schlafen legte. Als er aufwachte musste er feststellen, dass Schuhe und Hose samt Handy und Geldbörse fehlten. Er meinte, er sei während er schlief, ausgezogen und bestohlen worden. Schließlich löste sich die abenteuerliche Geschichte schnell auf. Die Beamten halfen dem Mann bei der Ortung seines Handys und so konnten kurz darauf sämtliche vermeintlich gestohlenen Gegenstände in einer Wiese in der Nähe seines Schlafplatzes aufgefunden werden.

straubing mensch

Herrlich, dachte ich mir und deswegen musste Straubing eindeutig auf meine Liste. Das war dann aber auch schon das Aufregendste was Straubing passieren konnte. Freitagabend ca. 21 Uhr ging es sofort in die Innenstadt und da war er – ein Mensch ! Zwei Minuten später war auch dieser weg und mir wurde sofort klar, die Supersause fällt heute aufgrund Menschenarmut aus. Aber mal sehen was der Rest so her gibt. Also ab ins nächste Restaurant. Restaurant am Rindermarkt und vorweg ist schon mal zu sagen  – Volltreffer. Da ich zu den Menschen mit dem Essverhalten, Fleisch mit Beilage Fleisch gehöre, war ich hier genau an der richtigen Adresse und es ist einfach empfehlenswert. Gut gesättigt traf ich mich dann mit meinem persönlichen City Guide. Mit der Gefahr, dass er es liest, City Guide gehört nicht zu seinen Stärken. Auf die Frage: „Wo ist denn hier diese berühmt berüchtigte Persiluhr“, bekam ich lediglich ein: „Da hint irgendwoa!“ „Okay und war nicht Straubing das Wochenenddomizil der Münchner Highsociety?“ –  „Da kimst 10 Jahr zspäd !“ Hervorragend! Da mir bekannt war, dass Straubing von Römern mehr oder weniger gegründet worden war, hätte ich gerne noch ein paar Einzelheiten erfahren, aber spätestens da wurde mir bewusst, ich kauf mir lieber ein Buch darüber.

Am nächsten Morgen entschied ich mich für ein ausgiebiges Frühstück in der Cafebar. Auf dem Weg dorthin lief ich durch den Wochenmarkt. Liebevolle, kleine Stände mit Obst, Gemüse und weiteren frischen Lebensmitteln konnte man hier finden. Davor tummelten sich einige Frauen mit Weidenkörbe. Ob ich jemals mit einem Weidenkorb meinen Samstagseinkauf erledigen werde? Ich höre jetzt schon meine Freundinnen mit sarkastischer Stimme: „Machst jetzt auf Rotkäppchen oder was?“ In der Cafebar angekommen, merkte ich schnell, der Weg hat sich gelohnt. Vom Schlemmen versteht man hier definitiv etwas.

aaaaa

Im Allgemeinen ist zu sagen, dass Straubing ein wunderschönes Städtchen am bayrischen Wald ist. Die Lage ist nicht zu verachten, da Passau, Regensburg sowie Nürnberg schnell erreichbar sind. Die Lebenskosten befinden sich im Mittelfeld und die zahlreichen Freizeitangebote sind auch vorhanden. Wenn ich mir ein Leben im Reihenhaus, mit Mann, Kind und Hund vorstellen würde, dann wäre Straubing ein idealer Platz dafür. Und jetzt ist wohl auch dem Letzten klar, Straubing wird es wohl nicht – noch nicht!

Drei Stunden später stand ich an der Kirche. Menschen drängten sich durch die Straßen, es duftete nach allerlei Köstlichkeiten und die Straßenmusiker unterhielten die Passanten mit Coversongs der Beatles. Bei den Klängen zu Let it be, biss ich genüsslich in meine Drei im Weckla . Ach Nürnberg kann so schön sein. Nürnberg? An dieser Stelle, sorry Straubing. Ich setzte mich in mein Lieblingscafé, bestellte mir einen großen Latte Macchiato und beobachtete schmunzelnd die Donnerstag-Ein-Mann-Demo, die auch manchmal Samstag stattfindet – Thema wie immer nicht erkennbar, während ich mein Resumé für Straubing abgab.

Freizeitangebot: ♥♥♥

Gastronomie  : ♥♥♥♥

berufliche Perspektiven: ♥♥♥

Lebenskosten: ♥♥

Besonderheiten: ♥♥

Menschen: ♥♥♥

Nun war ich also in Nürnberg, im Herzen von Franken. Diese Stadt zählt schon zur Heimat, da ich hier den Großteil meiner Ausbildung genossen habe. Ein Anruf und ein „Super, ich bin gleich da“ später, stürmte meine Freundin an. Binnin Sekunden wurden gefühlte tausend Informationen ausgetauscht, weitere Pläne für diesen sonnigen Samstag aufgestellt, für absolut absurd erklärt, verworfen und wieder herangezogen, mit dem Satz – naja wird schon gut gehen. Ach Nürnberg ist immer wieder ein Erlebnis wert, aber dazu bald mehr…..

 

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