Charles Heidsieck Rosé Reserve, denn der geht immer!

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Ready, steady, go! Die Route wurde neu berechnet . Vom Osten, in den Norden, bisschen in den Westen und runter in den Süden. Man gönnt sich ja sonst nichts. Aber was treibt mich denn in den Norden ? Die pure Angst. Angst? Ja, es die Angst, eines Tages aufzuwachen, von meiner Familie im Wohnzimmer begrüßt zu werden, mit der Bitte, auf Couch Platz zu nehmen, damit dann niemand anderer als Peter Zwegart wild auf seiner Flipchart vor mir rumpinselt und feststellt, dass meine Reisekosten explosionsartig gestiegen sind und meine Einnahmen eben nicht. Also begann meine Reise aus beruflichen Gründen in Münster. Diese Gelegenheit wurde natürlich gleich genutzt, um das schöne westfälische Städtchen zu erkunden.  Mit einer Einwohnerzahl von ca. 303.000 ist diese Stadt nicht zu unterschätzen, genauso wenig die 280.131 280.130 Radfahrer, die sich gerne todesmutig vor mein Auto stürzen.

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So, aber was kann Frau an einem Donnerstagabend in Münster anstellen? Genau, sie könnte an einer Champagnerprobe teilnehmen und die „zwegarische“ Angst stilvoll ertränken. Gesagt – getan. Also ging es in ein  französische Restaurant namens Giverny – Caveau de Champagne. Hier wurde ich von Charles erwartet, um genauer zu sein Charles Heidsieck Brut Reserve und einem passendem Amuse-bouche. Das nenne ich mal eine Begrüßung und es wäre wünschenswert, von  jetzt an genauso von meinen Freunden empfangen zu werden. Nach diesem glorreichen Auftakt folgten fünf weitere unglaubliche Gänge mit dazugehörigem Champagner und als ob dies nicht genug gewesen wäre, moderierte eine sympathische Französin mit charmanten Akzent jeden Gang und erklärte uns Gästen, welche Traube sich in welchen Champagner befindet. Spätestens bei Champagne Charles Heidsieck Blanc des Millenaires  1995 wurde mir klar, die reichste Frau auf dem Friedhof werde ich mal nicht und forderte den Kellner zum Nachschenken auf. Ich muss zugeben, es war mit Abstand das beste Essen, das ich bis zum heutigen Zeitpunkt  gegessen habe und mein absoluter Favorit war Charles Heidsieck Rosé Reserve. Das bemerkte auch die nette Dame und stimmte mir mit dem Satz – „Mademoiselle – dieser Champagner geht immer“ – zu. Hervorragend! Spätestens jetzt sah ich Peter Zwegart mit seiner Flipchart fluchtartig aus meiner Wohnung rennen.

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Nach diesem Highlight schlenderte ich durch Münster und musste feststellen, dass diese Stadt mein Herz erreicht hat. Die Menschen sind wahre Frohnaturen, die kleinen Bars und die wunderschöne Innenstadt tragen ihren Teil dazu bei. Abgesehen davon ist Münster eine Universitätsstadt, die Größte in Deutschland, und diese zahlreichen Studenten machen diese Stadt noch lebhafter und charmanter. Der geschichtliche Hintergrund ist faszinierend und sollte bei einem Besuch auf jeden Fall berücksichtigt werden. Es ist schon verrückt. Heute hatte ich das unwahrscheinliche Glück, eine Champagnerprobe am selbigen Ort zu genießen, an dem im Juni 1945 der letzte Luftangriff erfolgte und 441 Tonnen Bomben abgeworfen wurden und als ob das nicht genug gewesen wäre, folgten noch über 150.000 Brandbomben. Der letzte Funkspruch lautete: „Münster“ könnt ihr auf der Karte ausradieren…“.

Es liegen gerade mal 70 Jahre zwischen diesem Funkspruch und meinem gemütlichen Rundgang durch die Innenstadt. Mit diesem Bewusstsein sollte man einfach das schätzen, was man hat und in vollen Zügen genießen.

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Mit dieser poetischen Erkenntnis machte ich mich also auf den Weg in mein Hotel, das nicht direkt in Münster lag, sondern im schönen Ostbevern. Genauer gesagt checkte ich in der „Alten Post“ ein. Ein liebevoller, familiärer Betrieb und genauso liebevoll fällt hier die Begrüßung aus. Gut, ich bin ehrlich, ich war hier schon öfter, deswegen werde ich immer herzlichst umarmt und mit den Worten: „Ach die Franzi ist wieder da!“ zu meinem Zimmer begleitet.

 

Ostbevern muss man sich wie eine typische, westfälische Kleinstadt vorstellen: Jeder kennt sich, jeder grüßt sich und jedem sind evtl. Eskapaden an einem Freitagabend schon am Samstagmorgen bekannt. Irgendwie heimisch nur ohne Berge, dafür mit viel Pferden, sehr vielen Pferden. Diese Region ist einfach wunderschön und somit ganz oben in meiner Ranking-Liste, aber ich bin mir sicher, es gibt noch einige schöne Orte auf dieser Welt und genau diese werde ich finden, beziehungsweise mein Navi. Schrieb sie und tippte Essen ein.

Essen im Herzen des Potts. Das Erste was mir dazu einfällt, ist Kohle und Starlight Express. Oder war das doch Bochum? Naja egal, Essen hat bestimmt mehr zu bieten als meine bisherigen Punkte.  Zumindestens hätte ich eine berufliche Perspektive. Ich werde der  1. Klasse-Waggon Pearl in Starlight Express. Ich sehe mich jetzt schon singend und tanzend auf Rollschuhen. Hin- und hergerissen zwischen der veralteten Dampflok Rusty und der modernen E-Lok Elektra. In Konstanz war es die Imperia mit ihren Papst und Priester, im Pott ist es eben Pearl mit Rusty und Elektra. Letztendlich immer das Gleiche. Aber bevor ich mich jetzt in meiner Vorstellung komplett verliere, fahre ich mal weiter, aber zu vor noch schnell mein Resumé!

Freizeitangebot: ♥♥♥

Gastronomie  : ♥♥♥♥♥

berufliche Perspektiven: ♥♥♥♥

Lebenskosten: ♥♥♥

Besonderheiten: ♥♥♥

Menschen: ♥♥♥♥♥

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