Pforzheim – die Pforte zum Schwarzwald, oder so.

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Kommen wir nun zum zweiten Teil meines letztens Trips. Ab in den Süden. Aufmerksame Leser fragen sich jetzt bestimmt: Was ist denn aus dem Plan, 1.Klasse – Wagon in Starlight Express zu werden, geworden? Keine Sorge, ich arbeite daran und werde nun ganz keck Essen überspringen, da mich mit der Stadt Essen mehr verbindet, als dieser Artikel in Wörtern jemals hergeben könnte. Bücher könnte ich schreiben, beziehungsweise wurde das passende Buch von meiner Freundin schon entdeckt. Sie drückte mir besagtes Buch mit dem Titel: „Für immer vielleicht“ mit den Worten: „Les das!“ in die Hand und ich muss zugeben, schon recht passend. Deswegen bin ich zu dem Entschluss gekommen, Essen in den passenden Momenten lediglich mit einfließen zu lassen.

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Nun fällt es mir sehr schwer eine passende Überleitung vom Champagnerabend mit Amuse – bouche zu meinem nächsten Ziel zu finden. Die einzige Gemeinsamkeit, die mir dabei einfällt, ist die Aussprache von Champagner und zwar (S)Champagner. Genau es geht zu den Schwaben oder zu den Badenern? Was es damit auf sich hat, wollte ich auf jeden Fall herausfinden. Ich muss zugeben, mein Jungfernbesuch war schon einige Zeit davor. Auf diesen Besuch möchte ich nicht näher eingehen, da ich hierbei arglistig getäuscht worden bin, mit einer Einladung von meiner dort ansässigen Freundin: „Franzi, komm doch mal nach Pforzheim wir gehen schön gemütlich auf ein Weinfest, nicht irgendein Weinfest, sondern auf das bekannte Ochlslefest, und sitzen nett zusammen.“ Das Fest ist wirklich empfehlenswert und der Wein war gigantisch, vor allem der Oechsle Rosé 2014er Kürnbacher Lerchenberg Schwarzriesling rosé Weingut Plag, Kürnbach. Dazu gab es für mich einen Räuberteller, das bedeutete, ich aß bei allen anderen mit, um von jeder regionalen Spezialitäten kosten zu können. Gefühlte drei Atemzüge, einer verlorenen und wieder gefundenen Herzlinie später, saß ich vor einem Frühstück, das ich spontan ausfielen lies, da mein Hunger recht sparsam war. Sparsam? Wurde ich wohl über Nacht zum Schwaben?

Also gab ich Pforzheim eine weitere Chance. Leider waren an diesem Tag meine handvoll Bekannten nicht in der Stadt. Aber das störte mich nicht besonders – im Gegenteil. Also überlegte ich mir, wie ich am schnellsten neue Kontakte knüpfen könnte, die mir dann evtl. sogar etwas über diese Region berichten. So kam ich auf die glorreiche Idee: Couchsurfing! Um es kurz zu halten, für meine Anfragen bezüglich dessen war Pforzheim noch nicht bereit. Alles was blieb, waren Absagen, die ein oder andere Beziehungskrise und mein neuer Ruf. Hipp, hipp, hurra. Aber aufgepasst, auch das störte mich nicht. Ich wollte ja lediglich eine Couch und keine Niere oder dergleichen. Deswegen wurde es das Hotel „Guter Hoffnung“. Schon der Name war überzeugend dazu noch die zentrale Lage – Jackpot.

Kurz im Hotel ausgeruht, frisch gemacht und binnen Sekunden absolutes Chaos verbreitet, weil man lediglich auf der Suche nach einer Haarklammer in seinem Koffer war, die man natürlich nicht gefunden hat. Ich kauf ja nur im Monat 300 Stück davon. Kurz abreagiert und Richtung Besitos , eine spanische Tapas – Bar , los marschiert. Dieses Lokal traf genau meinen Geschmack. Die Bedienungen waren sehr freundlich, die Wartezeit war kaum vorhanden und das Tapasangebot war grandios. So grandios, dass ich vor lauter Euphorie vergaß, ein Foto davon zu machen – sorry. Einziger Nachteil: Die gefühlten 20 Tonnen Knoblauch an den Gerichten. Naja was soll´s, dann hat man heute „leider“ eben keine Rose für mich. Genau oberhalb des Besitos war das Lehners. Hierbei handelte es sich um eine charmante Bar, die zum Verweilen einlud. Pforzheim ist voll mit solchen tollen Bars, vom Exil übers Rosenrot bis hin zum Livings, und so wurden schnell neue Kontakte geknüpft und Alte, resultierend aus dem ersten Besuch, wieder gefunden. Gemeinsam ging es dann in den stadtbekannten Club namens Sägewerk und spätestens als der Türsteher mich mit Namen begrüßen und mir ein flottes – „na – da bösch wieder“ – entgegen bringen konnte,  wurde mir klar, da warst du schon mal. Es war ein wunderschöner Abend und jeder, der die 90iger gut miterlebt hat, kann sich vorstellen, was für eine Stimmung im Club herrschte, als das Lied „Wanna be“ der Spice Girls angespielt wurde.

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Aber ich hatte ja noch eine Mission. Warum mögen sich Badener und Schwaben nicht? Also startet ich kurzerhand eine Umfrage. Die Antworten waren mehr als amüsant. Die beste Begründung war: Fußball! Ja ne, ist klar. Eine jahrhundertelange, andauernde Feindschaft aufgrund vom VFB Stuttgart und dem Karlsruher SC. Die wohl plausibelste Begründung kam von Klaus aus Kiel, der mir erklärte, dass diese gewisse „Feindschaft“ schon vor dem Zusammenschluss von den Ländern  Baden und Württemberg bestand. Zu guter Letzt bekam ich noch eine gratis Anekdote erzählt, um  das Völkchen besser verstehen zu können. Diese möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten.

„Guete Tag“, sagt der Badener fröhlich. Der Schwabe würdigt ihn keines Blickes.
„Isch de Platz nebe Ihne noch frii?“. Der Schwabe äußert sich nicht und futtert weiter.
Der Badener setzt sich ihm gegenüber hin und wünscht: „Guete Appetit!“
Wieder kommt keine Reaktion. Eine Dame mit einer Sammelbüchse betritt den Raum und tippt auch den Badener auf die Schulter:      „Bitte, wir sammeln für die Caritas“. Sofort greift der zum Geldbeutel und spendet 5 Euro.
Daraufhin hält die Dame dem Schwaben die Büchse hin …
Der hebt jetzt sein Haupt, deutet auf den Badener und sagt: „Mir ghörat zamma!“

Leider blieb die wahre Erkenntnis darüber an diesem Abend aus, aber es ist immer wieder schön mitzubekommen, wie lange Feindschaften bestehen können, ohne die Gründe dafür wirklich zu kennen. Die Menschheit kann manchmal echt doof sein.

So komme ich nun schon wieder zu meinem Resumé. Die Zeit war diesmal wirklich knapp, um mehr kennenzulernen, deswegen habe ich beschlossen, nochmal zu kommen. Stuttgart und Karlsruhe müssen natürlich auch noch genauer unter die Lupe genommen werden.

Freizeitangebot: ♥♥♥

Gastronomie  : ♥♥♥♥

berufliche Perspektiven: ♥♥♥

Lebenskosten: ♥♥

Besonderheiten: ♥♥♥

Menschen: ♥♥

Nun schnell wieder packen, der nächste Ort wartet schon. Ob ich diesmal mit dem Auto fahre oder Zürich mit der Propellermaschine anfliege, weiß ich selbst noch nicht. Lassen wir uns mal überraschen.

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