Zürich, you made my day!

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Nürnberg – Zürich und wieder zurück mit einer Propellermaschine, so lautete die Mission. Vorab, Mission glorreich gescheitert. Welch Überraschung! Denn was für mich als Handgepäck gilt, ist für Andere ein Gepäckstück mit Übergewicht und somit aufpreispflichtig. Das Geld sparte ich mir und warf mein angebliches Übergepäck in meinen Mini und war weg. 5 Stunden später stand ich wieder am wunderschönen Bodensee und legte ein Zwischenstopp im bekannten und wunderschönen Konstanz ein.

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Bei einem Meet and Greet zwischen Ziegenkäse und sonnengereiften Feigen in Form eines Salates im Brigantinus, läutete ich das Wochenende ein. Das Lokal liegt direkt am See und die Aussicht ist spektakulär. Im Sommer muss es hier einfach traumhaft sein. Memo an mich: Alle Städte im Sommer nochmals besuchen! Und dann wollte ich es wissen. Da Amor mich irgendwie seit Monaten übersieht, überfliegt oder whatever dieser Kerl treibt, kann das nur eines bedeuten: Ich bin für Reichtum, ausgelöst durch Glücksspiel, bestimmt. Keine 30 Minuten später stand ich also am Rouletttisch im Casino Konstanz und was soll ich sagen, außer: Katsching! Fünf Runden, fünf Zahlen und nach fünf unglaublichen Glücksmomenten wurde aus Franziska aus Franken, Fortuna am Bodensee. Wie sich, aber im Nachhinein rausstellte, war dieser Reichtum nicht von langer Dauer, denn es ging weiter ins zauberhafte und unglaublich, überteuerte Zürich. Aber beginnen wir von vorne.

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Schon der Weg entpuppte sich als teuer. Sorry, aber 120 km/h auf Autobahnen? Wer hat sich das denn einfallen lassen? Da ist ja eine Reise mit dem Fernbus eine Rally dagegen. Letztendlich fügte ich mich den Gesetzen und „fuhr“ nach Zürich. Das Landschaftsbild dorthin (das kann man nämlich bei 120 km/h detailliert begutachten) machte meinen Ärger schnell wieder wett und so kam ich gut gelaunt in der City an. Und dann stand ich da, mitten drin und sofort wurde mir klar, warum es Zürich aus der Sicht der «WELT» auf Platz 10 der lebenswertesten Städte weltweit beziehungsweise sogar bei der Studie «Worldwide Quality of Living Survey» das siebte Mal in Folge auf Platz 1 als Stadt mit der höchsten Lebensqualität geschafft hatte. Plötzlich fiel mir der Satz meiner Freundin wieder ein: „Liebes, du wirst nicht wieder Heim wollen.“Sie hatte Recht.

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Mit 405.000 Einwohner gilt Züri als größte Stadt der Schweiz und bei dem überdurchschnittlichen Ausländeranteil von 31,9%, würde ich das Kraut nicht mehr fett machen. Nachteil: Diese Stadt ist tatsächlich am 03.März 2015 erneut zur teuersten Stadt der Welt gewählt worden. Echt jetzt? Das würde natürlich erklären, warum man hier alle hochrangigen Labels findet. Sieht man die Menschen auf der Straße genauer an, stellt man schnell fest, dass das Tragen einer Moncler Jacke und einer Louis Vuitton Tasche hier als normal gilt. Ob das der Schlüssel zum Glück ist, bezweifel ich, aber blendet man einfach mal den ganzen Luxus, das Geld und die daraus resultierenden Schichten aus, bleibt da einfach nur diese charakteristische und liebenswerte Stadt – Zürich. Diese Stadt verbindet Menschen. Es ist die Weltoffenheit, die mich gefesselt hat. Aus jeder Ecke erklingt eine andere Sprache, hier spielt die Religion und die Hautfarbe keine Rolle, so mein Eindruck.  Ab der ersten Minute konnte ich mir hier ein Leben vorstellen.

12336154_1195385053806027_904377735_nIch würde so gerne mit meinem Buch am Samstag Nachmittag am Zürichsee sitzen und auf die Berge sehen, mich mit Freunden in einem, der zahlreichen vorhandenen Cafés treffen oder abends mit Wolldecke vor einem Restaurant sitzen und Brot in mein Käsefoundue tunken. Ich würde mir morgens vom Brezelkönig eine Brezel kaufen, in der Winterzeit vor der Züricher Oper Schlittschuhlaufen oder einfach nur auf einer Bank an der Limmat sitzen und mir das Lachen verkneifen, wenn die züricher Highsociety mit einem Sportwagen vorfährt, denn in der Schweiz ist ein Ferrari genauso schnell  wie ein Kia Cuore und zwar ganze 120 km. Ich würde gerne alle Freizeitangeboten mindestens einmal ausprobieren, vom Hip Hop-Street-Dance bis hin zur witzigen Tretboottour quer über den Zürichsee, die Touristentour im historischen S-Bahnwagon bei einem Glas Prosseco mitmachen und jedes Museum  einmal besuchen.

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Ja, all das würde ich gerne erleben. Mit diesen Träumen im Kopf ging ich zurück ins Parkhaus. Innerhalb von drei Stunden hat mich Zürich verzaubert und innerhalb von 2 Sekunde hat mich der Ticketschalter des Parkhauses wieder in die Realität geholt. 3 Stunden parken, 15 Franken. Alter, chillt mal! Ich befürchte, dass ich die Summe, die ich momentan monatlich an Miete bezahle, in Zürich für ein Autostellplatz wöchentlich zahle. Vielleicht sollte ich mich von dem Gedanken verabschieden, mitten in der City leben zu können und Konstanz als Alternative wählen. Was sind schon 70 km? Ach ja, wir sind in der Schweiz, das wären ja dann 3 Stunden auf der Autobahn. Wie heißt es so schön, einen Tot stirbt man bekanntlich immer. Ich in der Schweiz? Die Währung ist ja schon mal sehr sympathisch – heimatlich – fränkisch. Was mir ein wenig Sorgen bereitet, ist die Sprachbarriere. Schwiizerdütsch ist ein reinstes Abenteuer. Gügga, d Tube! Soll tatsächlich heißen: Schau, die Taube! Ich hätte überall hingesehen aber niemals in den Himmel. Ich bezweifel sogar, dass ich „schauen“ mit „gügga“ in Verbindung gebracht hätte. Ehrlich, es könnte einfach alles heißen.

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Zurück in Konstanz alias meine Base, setzte ich mich an meinen Lieblingsort und ließ alle Eindrücke Revue passieren. Erstaunlich, dass ich Konstanz als Base bezeichne und schon einen Lieblingsort habe und das absolute i-Tüpfelchen: Hier sind noch zwei meiner liebsten Freunde wohnhaft. Die kamen auch sofort vorbei und wir gingen gemeinsam durch den Weihnachtsmarkt. Und sogar ich als kleiner Grinch, kam tatsächlich in Weihnachtsstimmung. Wir probierten uns durch alle Köstlichkeiten durch, vom Baumstriezel bis zum Ochsenfetzen, tranken Glühwein und lachten Tränen. Dann viel ein Satz: „Wenn dir Zürich so gut gefällt, wirst du Luzern lieben.“ Luzern? Das bedeutet wohl nichts anders, als eine weitere Reise in die Schweiz. Wo soll das noch alles hinführen?

Was ich auf jeden Fall sagen kann, wenn ihr noch nie in Zürich wart, ihr Vielfältigkeit auf allen Ebenen erleben und ihr einfach mal Geld verpuffen sehen wollt, reist nach Zürich, ihr werdet es nicht bereuen. Nun zu meinem Resumé.

Freizeitangebot: ♥♥♥♥♥

Gastronomie  : ♥♥♥♥♥

berufliche Perspektiven: ♥♥♥

Lebenskosten: ♥

Besonderheiten: ♥♥♥♥

Menschen: ♥♥♥♥

Flensburg: •

Uf widerluege Züri! Die nächste Stadt wartet schon, ihr dürft gespannt sein. Ich gebe euch eine Tipp: Die Sprache wird nicht besser! 

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