Eivissa – where rainbows end

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Die Zeit der Urlaubsplanung steht an und da dachte ich mir, hau´ ich mal ein Special über meine absolute Lieblingsinsel, Ibiza, raus. Wenn man mich in Deutschland nicht anfindet, ich auf Nachrichten jeglicher Form nicht reagiere und telefonisch nicht erreichbar bin, wissen meine Freunde bestens bescheid – sie hatte die Nase voll und gönnt sich ein Glas Vino bei einer phänomenalen Portion Paella auf ihrer Insel. Lediglich die Zeitspanne ist immer ungewiss, vom spontanem Wochenendtrip bis One-Way-Ticket war schon alles dabei. Begonnen hat alles im zarten Alter von 18 Jahren. Ganze zwei Monate war ich volljährig, wurde sich ein Ticket nach Ibiza ohne Rückflug, ohne Hotel und ohne jeglicher Planung gekauft. Knappe 4 Stunden später, saß ich mit einem Cocktail in der Hand, zwischen fremden Menschen, in einer Clubanlage und sah mir eine Live-Interpretation von Starlight Express an. Weitere 30 Minuten darauf, wurde mir ein Eisbeutel auf mein ramponiertes Knie gedrückt, da mich einer der Akteure, nennen wir ihn Elektra, mit voller Wucht um gefahren hat. Irgendwie war´s klar. Das war übrigens der Beginn einer wundervollen bis heute andauernden Freundschaft, wenn nicht sogar Seelenverwandtschaft oder whatever man dazu sagen mag. Somit wurde die Insel zusammen erkundet und Ibiza bietet so einiges.

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Sie ist nicht nur eine Partyhochburg, diese Insel hat so wunderschöne einsame Buchten, einheimische, kleine Lokale und ein wunderschönes Landschaftsbild, das zum Wandern einlädt. Okay, ich bin ehrlich, mir ist noch nie in den Sinn gekommen auf den sa Talaia,Ibizas höchste Erhebung , zu stiefeln, aber man könnte. Seither hat mich dieses Stückchen Land im Mittelmeer in seinen Bann gerissen. Diese drittgrößte, balearische Insel  hat einfach etwas magisches und deshalb, folgten weitere, zahlreiche Besuche. Ob mit Freundinnen, Elektra oder alleine, alle Wege führen bekanntlich nach Rom oder in meinem Falle war es eben nach Ibiza. So lag es natürlich auf der Hand, dass ich mehr, als nur Urlaub auf Eivissa erleben wollte. Also wurde sich spontan als Barkeeperin beworben und -surprise – ich wurde glatt genommen. Ich kann mich noch gut an den Moment erinnern, als ich meine grandiose, berufliche Perspektive meinen Eltern mitteilte. Ihre Reaktion glich der Ratiopharmwerbung, ganz nach dem Motto: „Und das ist ihr Durchfallgesicht.“ Zur Erleichterung aller Beteiligten, ist letztendlich doch noch etwas anständiges aus mir geworden.

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Sobald man auf der Insel angekommen ist, empfehle ich, sein Gepäck diebstahlsicher zu deponieren und sich sofort zur nächsten Rollervermietung zu begeben. Hier kann man dann meist zwischen Roller Typ „Danger“ oder „Attention“ wählen. Hier sollte man mit gewisser Ernsthaftigkeit an die Sache ran gehen und deswegen treffe ich die Auswahl immer sehr durchdacht und nach harten Kritikpunkten. Ich nehme immer den Pinken. Wenn ich schon mit Adrenalin durchflutet werde, dann möchte ich zu mindestens hübsch aussehen. Je nachdem wie meine aktuelle Gefühlslage ist, wähle ich mir mein „Reiseziel“, also meinen ersten Strand aus und da gibt es so einige schöne Playas. Wenn ich keine Lust auf die typischen Touristen habe, fällt die Wahl auf „Es Pou des Lleó“, ein kleiner Geheimtipp, da dieser Strand, bestehend aus feinsten Sand und kristallklaren Wasser, größtenteils nur von den Einheimischen aufgesucht wird. Cala d’Hort kommt bei mir persönlich auch immer gerne in die engere Auswahl, da der Sand so unglaublich fein und die Aussicht einfach spektakulär ist, außerdem ist das dortige Strandlokal „Chiringuito“ für Paellafans ein absolutes Muss. Ich könnte allein an Stränden einen ganzen Blogeintrag schreiben, deshalb die wichtigsten Hotspots. Für Romantiker empfehle ich „Cala Xarraca“, für die Partysuchenden, den wohl bekanntesten Strand, „Platja d’en Bossa“ und sollte man sich mal danach sehnen, nackt durch die Landschaft zu springen, dann kommt „Es Cavallet“ in Frage. Ein kleines Paradies für Nudisten.

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Nach einem erholsamen Tag am Strand, steht dann bekanntlich die Abendplanung an. Für Partywütige ist Ibiza das Paradies schlecht hin. Weltbekannte DJ´s findet man auf Ibiza, wie Sand am Meer, die besten Clubs Europas reihen sich nur so auf und die House Musik hat hier wahrhaftig ihr zu Hause. Jedem ist das Pacha, das Amnesia oder das Space ein Begriff. Aber wenn ich mich mal dazu entschließe, eine Supersause zu starten, dann fällt meine Wahl auf das Ushuaïa Ibiza Beach Hotel. Dessen bekannteste Party ist wohl die F*** Me I’m Famous und wirklich legendär. Sollte man dann, noch das Bedürfnis haben, vorab vor glühen zu müssen, kommt eigentlich nichts anders in Frage, als das Bora – Bora, eines der ersten Beachparty-Venues überhaupt auf Ibiza und somit eine Institution mit Kultstatus. Ehrlich gesagt, ist meine letzte größte Supersause schon einige Besuche her. Viel, viel lieber stürme ich, gerne auch 2 – 3 x wöchentlich, meinen absoluten Lieblingsmarkt. Markt? Ja, Markt und zwar keinen anderen, als den wunderschönen Hippiemarkt. An mir ging einfach ein Hippie verloren und sollte ich irgendwann endgültig die Schnauze voll haben, kauf ich mir einen Stand, nenne ihn Franzi´s Flower Power Bude und schmetter ihn auf besagten Hippiemarkt, wedle mit Räucherstäbchen durch die Gegend, lass´ mir bunte Federn ins Haar flechten und kämpfe für den Weltfrieden. Laufe nur noch mit farbenfrohen Hippieklamotten rum, lass´ mir regelmäßig neue Henna Tatoos aufpinseln und verkaufe Holzschmuck, den ich natürlich selbst schnitze.

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So, aber ihr fragt euch bestimmt, was treibt sie dann abends auf der Insel, wenn sie nicht wie eine Verrückte durch irgendeinen Club springt. Ich schnappe mir meinen pinken Rollercoaster, düse nach Sant Antoni de Portmany, hole mir noch schnell ein kaltes san miguel, setze mich auf einen Felsen vor dem Café del Mar, sehe aufs Meer hinaus und gönne mir einen der schönsten Sonnenuntergänge Europas. Dieser Anblick ist einfach ein Erlebnis und man erlangt eine wundervolle innere Ruhe. Die leider nicht von langer Dauer ist, da ich anschließend mit meinem Dangerbike wieder in die City, um genauso sein Ibiza Stadt, „fahre“. Den Pulsschlag von 180/Minute nutze ich gleich aus und erobere den Berg, auf dem sich das Wahrzeichen von Ibiza befindet.  Nach dem etwas mühseligen Aufstieg auf die Burg, hat man einen atemberaubenden Ausblick auf Ibiza, dazu die Klänge von leiser Livemusik, die aus irgendeiner Ecke der Stadt erklingt. Genau diese magischen Momente machen Ibiza so einzigartig und das Leben einfach lebenswerter.

Wenn jetzt nicht Januar wäre, würde ich mich glatt wieder im Flieger Richtung Balearen befinden, deswegen komme ich an dieser Stelle zu meinen Resumé.

Freizeitangebot: ♥♥♥♥♥

Gastronomie  : ♥♥♥♥♥

berufliche Perspektiven: ♥♥

Lebenskosten: ♥

Besonderheiten: ♥♥♥♥♥

Menschen: ♥♥♥♥♥

MAGIE: ♥♥♥♥♥

Fazit: Ein Leben auf Ibiza wird wohl nie ganz möglich sein, aber eine kleine Wohnung, im besten Falle sogar eine kleine Pension, wäre ein kleiner Traum von mir und bekanntlich sollte man Träume wahr werden lassen. Denn in und an Ibiza, habe ich so einiges lieben gelernt. Also wir dürfen gespannt sein!

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Bochum … ich war in dir

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Aufregende Tage liegen hinter mir und ich weiß gar nicht, wie, wo und mit was ich beginnen soll. Wie vielleicht jeder mitbekommen hat, stand der Jahreswechsel an und wie jedes Jahr kam er für mich urplötzlich. Ich habe schon lange aufgehört zu planen. Warum? Die Planer planen, und das Schicksal lacht darüber! Das trifft es wohl am Besten. Überlegt man, mit welchen Menschen man das Jahr begonnen hat und mit welchen Menschen das Jahr endet, stellt man schnell fest, dass eine Planung, egal wie ausgeklügelt und durchdacht, ganz einfach für´n Arsch ist, weil das Schicksal sowieso macht was es will. So stand ich also am 31.12.2015 mit einem Fiege Pils auf der Burg Blankenstein. Grandios! Wer sich nun fragt: Burg Blankenstein? Wo steht die denn rum und überhaupt was soll den bitte Fiege Pils sein? Bochum, Leute, Bochum !!!

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Ich gebe zu, ich habe gewisse Vorurteile was den Pott betrifft und da war Bochum nicht ausgeschlossen. Bochum stellte ich mir grau, verbaut und mit viel Smoke vor. Ach, und Kohle, alles voller Kohle! Aber ich wurde eines Besseren belehrt. Bochum, du bist wahrhaftig die Blume im Revier, besser hätte es Herbert Grönemeyer in seiner Hommage an Bochum nicht ausdrücken können. Diese Stadt hat es in Rekordzeit in mein Herz geschafft. Mein 4-tägiger-Aufenhalt begann mit einem Spaziergang. Dieser Vorschlag kam von meinem persönlichen Cityguide und ich bin ehrlich, ich dachte mir, gut dann ziehst du dir lieber mal etwas Schwarzes an, da sieht man die Kohleflecken und den Dreck nicht so sehr drauf. Weit gefehlt! Bei dem Anblick auf den wunderschönen Kemnader See kamen glatt heimatliche Gefühle auf. Schon auf dem Weg dorthin, sicherte ich mich durch mehrmaliges Nachfragen ab, ob ich mich überhaupt noch in Bochum befinde. Diese Stadt wirkt einerseits so wunderschön ländlich, aber anderseits ist man in wenigen Minuten im Zentrum, das übrigens als Bermudadreieck betitelt wird. Da ging wohl bei dem ein oder anderen Fiege Pils so einiges verloren. Wenn das nicht mal nach einer super Sause mit meinen Mädels schreit. Aber anderes Thema.

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Vom See aus kann man die prachtvolle Burg Blankenstein sehen, also wurde spontan ein Besuch zur besagten Burg beschlossen. Gesagt, getan, keine 30 Minuten später standen wir vor dem Treppenaufgang des Burgturmes. Oben angekommen – die einen früher, die anderen später – lag mir Bochum zu Füßen. Der Ausblick war atemberaubend und so kam uns die Idee, diesen Ausblick für die Silvesternacht zu nutzen. Diese extrem tolle Idee hatten nicht nur wir, sondern anscheinend auch zwei Veranstalter, die jeweils eine Privatparty ausrichteten. Aber wer mich kennt, weiß, dass mich das wenig beeindruckt und da es das nette Sprichwort gibt – „Gleich und Gleich gesellt sich gern“ – beeindruckte das auch meinen Cityguide wenig. Ganz nach dem Motto: Sicheres Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit, schleusten wir uns kurzerhand ein und gaben uns als Partygäste aus. An dieser Stelle möchte ich Sandra nachträglich zu ihrem 30igsten Geburtstag  gratulieren, war echt eine tolle Location! Dann war es soweit, der Countdown wurde eingeläutet und Punkt 0 Uhr erleuchtete Bochum unter einem unglaublich Lichtermeer. Diesen Augenblick nutzte ich für ein persönliches Resumé des Jahres 2015. Es war ein Jahr der Veränderung, des Aufschwungs und Überraschungen. Ja okay, das waren auch die Jahre 2014, 2013 etc. pp. Dann darf ich wohl gespannt sein, was das Jahr 2016 für mich bereit hält. Eines ist klar: Es wird in vollen Zügen gelebt, neue Ziele gesteckt und Träume erfüllt! … porque la vida es muy corta – … weil das Leben zu kurz ist. „Zu Hause“ wieder angekommen wurde dieser grandiose Start ins neue Jahr mit einem Glas, bei uns als Stamperl bekannt, Herbas, ein mallorquinischer Schnaps, perfektioniert.

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Die weiteren drei Tage wurden für Sightseeing genutzt. Und da man eine Stadt erleben muss, geht das am besten zu Fuß. Also wurde gelaufen, gelaufen und gelaufen. Teilweise wurden wir dazu auch gezwungen, da wir auf der Suche nach einem Restaurant waren und die Gastronomen in Bochum offensichtlich etwas vom Feiern verstehen, blieben somit die Pforten der dort ansässigen Restaurants am 01.01.2016 überwiegend geschlossen. Und ich hatte mich doch so sehr auf eine Pizza in der neu eröffneten Pizzaria Vulcano im Stadtteil Laer gefreut. Diese gilt nämlich als Geheimtipp. Was für mich bedeutet, dass ein weiterer Besuch in Bochum unerlässlich ist. Bei erneutem Besuch steht nicht nur eine Pizza bei Vulcano an, sondern auch ein Besuch im Bergbaumuseum, das, Überraschung, auch geschlossen hatte. Also machten wir uns auf den Weg ins legendäre Bermudadreieck, direkt in der City. Nein, nicht um unseren Kummer bei einem Fiege Pils zu ertränken, sondern, um uns die beste Currywurst in ganz NRW ins Gesicht zu drücken. Ich gebe zu, als der Vorschlag Currywurst auf kam, war ich wie immer skeptisch. Sorry, ich komm aus Franken/Bayern. Die Hochburg der Wurstkultur. Challange accepeted, hieß dann das dazugehörige Motto. Diese besagte Currywurst findet man übrigens im Bratwursthaus. Da hatte jemand wohl eine Mußestunde bei der Namensgebung, aber ich versuchte sie und ich musste mit erstaunen feststellen, die war wirklich richtig gut und somit empfehlenswert. Das Highlight war aber jedoch die Dame, die uns bediente. So stelle ich mir eine Frau aus dem Pott vor. Der „Dialekt“, die Statur, das fröhliche Erscheinungsbild, einfach alles war komplett klischeehaft. Allgemein ist zu der Bochumer Bevölkerung zu sagen, dass sie ein sehr freundliches Völkchen sind. Reinste Frohnaturen. Gut, ich gebe zu, soviele habe ich nun nicht kennen gelernt, aber gehe ich von meinem Cityguide aus, dann kann ich das mit guten Gewissen behaupten. Denn dieser Mensch verkörpert Bochum. Vielseitigkeit, Humor, Charme, Höflichkeit bis hin zur Verrücktheit, all das trifft auf besagten Cityguide genauso wie auf Bochum zu. Hier ist das Leben durchaus lebenswert.

Fazit: Herbert Grönemeyer hat es wunderbar getroffen und deshalb gebührt ihm der Abschluss!

Freizeitangebot: ♥♥♥♥♥

Gastronomie  : ♥♥♥♥

berufliche Perspektiven: ♥♥♥♥♥

Lebenskosten: ♥♥♥

Besonderheiten: ♥♥♥♥

Menschen: ♥♥♥♥♥

Fei, Graffel, Duusl, Dübb – Ja, ich bin Franke – Danke !

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Dieser Bericht ist ein klassisches Musterbeispiel, wie aus einem Organisationsproblem ganz schnell ein Zeitproblem werden kann. Somit wird eben noch im Januar über einen der schönsten Weihnachtsmärkte in Deutschland berichtet – aber von vorne. Nach meinem aufbrausenden Erlebnissen in Leipzig musste ganz dringend etwas Heimat her und was bot sich da besser an als Nürnberg. Also wurden 1 – 2 Kleidungsstücke oder vielleicht waren es auch 95 in den Mini geworfen und es ging ab in die fränkische Metropole. Da erwartete mich schon ein Haufen an Freundinnen. Es waren nicht irgendwelche Freundinnen, sondern es waren DIE Freundinnen, die sich ständig aus dem Staub machen, weil sie meinen, sich auf dem gesamten Globus verteilen zu müssen. Begrüßung – Glässchen fränkischer Vino – Couch ! Und schon ging es los, mit einer atemberaubenden Präsentation meiner Freundin und ihrem neu erworbenen Kameraequipment. Nach gefühlten 1736 Lachanfällen, 48376 Google- Suchbegriffen über Kameraeinstellungen und 3736 Whatsapp-Nachrichten an Kenner für Kameraeinstellungen, ballerten wir alles hin und stürmten die Nürnberger Innenstadt. Und da war sie.

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Meine heißgeliebte drei im Weckla Bude, vor der pompösen Lorenzkirche. Ein absolutes MUSS. Gut gestärkt konnte es also nun zum Christkindlesmarkt gehen. Die Stärkung war auch bitter notwendig, da aufgrund eines Kommunikationsproblems mit der etwas verwirrten Glühweinbudenbesitzerin, es kein einfacher Glühwein wurde, sondern einer mit einem extra großen Schuss Schnaps. Hervorragend. Also bummelten wir mit unserem Glühwein alias Schnapswein  durch den Markt und was soll ich sagen – er ist einfach grandios. Überall duftet es nach Weihnachtsgebäck, nach fränkischen Köstlichkeiten oder anderen Leckereien in Form von Grillgut. Die Menschen sind fröhlich und jeder Stand bietet etwas anderes an. Von Schmuck bis ja okay, etwas skurrilen Holzschnitzereien, die man dann an seinen Weihnachtsbaum werfen kann, notfalls aber auch in den Kamin.

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Nach weiteren 13 Zwischenmahlzeiten waren wir endlich an der Feuerzangenbowle angekommen. Ein kleiner Stand mit einem riesigen, brennenden Zuckerhut auf dem Dach. Traditionell wurde auch dieser einmal probiert und wie die letzten 10 Jahre für gut erklärt. Dann bahnten wir uns den Weg durch die Menschenmassen, um uns in einer der zahlreichen Bars niederzulassen. Und da passierte es! Wir liefen vorbildlich im Entenmarsch hinter einander her, als ich einen unsanften Griff in meinem Schritt bemerkte und der Übeltäter eine noch unsanftere Ohrfeige von mir kassierte. Die gesamte Menschenmasse kam darauf zum Stillstand und alles was man dann noch hörte, war meine Freundin mit der Frage: Alter, hast du den jetzt vermöbelt? Daraufhin ein Herr aus dritter Reihe: „Ja“ und es erfolgte ein tosender Applaus. Mit diesem Applaus verliessen wir die „Bühne“.

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Keine 15 Minute später saßen wir endlich im Australian, eine wunderschöne Bar in Burgnähe. Was Bars betrifft, kann Nürnberg Niemandem so schnell was vor machen. Vom California, zum Stockholm bis hin zur Bar Nürnberg. Jede hat ihren eigenen Charme und jede Einzelne lädt zum Verweilen ein. Aber Nürnberg hat nicht nur tolle Bars, Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten, sondern einen unglaublichen, geschichtlichen Hintergrund. Vor allem, wenn man bedenkt, dass vor 70 Jahren in dieser Stadt die Nürnberger Rassengesetze einstimmig beschlossen und die antisemitische Ideologien auf eine juristische Grundlage manifestiert wurden. Somit nahm das darauf folgende Elend seinen Lauf. Wen wundert es also, dass Nürnberg zum häufigsten Ziel alliierter Luftangriffe gehörte und so sehr beschädigt wurde, dass die Überlegung bestand, die Stadt komplett aufzugeben und eine neue zu errichten. Zum Glück entschied man sich für den Wiederaufbau und so blieb die historische Stadtstruktur für uns erhalten. Burg, Burggraben und alles was so dazu gehört.

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Die Innenstadt ist übersät von wunderschönen, kleinen Geschäften, die geradezu zum Shoppen einladen. Diese Einladung wurde natürlich auch gleich am nächsten Tag dankend angenommen. Zwei Einkaufsmeilen von der Lorenzkirche bis zum Weißen Turm lassen nun mal Frauenherzen höher schlagen. Nach einem erfolgreichen Schlachtzug war nun die Nahrungsaufnahme auf dem Plan gestanden und nun der absolute Geheimtipp: Karstadt Feinschmeckerabteilung! Hier findet man alles, was den Gaumen in andere Sphären katapultiert. Man benötigt nur ein wenig Glück, um einen Platz an der Theke zu ergattern. Wenn man sich dann aber einen Platz geschnappt hat, kann man entweder zwischen Fisch oder Fleisch, das direkt vor einem zu bereitet wird, wählen. Wir entschieden uns für eine Portion Muscheln geküsst von Weißwein und dazu klassisch Weißbrot. Das sind übrigens diese Momente, in denen man das Leben einfach genießt und sich in 50 Jahren noch daran erinnern wird. Für den einen wird es nur ein Essen sein, für mich war es mein Lieblingsgericht mit meinen Lieblingsmenschen in einer meiner Lieblingsstädte. So, jetzt sagen sich wahrscheinlich einige, wenn sie Nürnberg so toll findet, dann soll sich doch nach Nürnberg gehen. Dazu sage ich nur eins: „Nur Gulaschsuppe schmeckt aufgewärmt.“ Nürnberg war schon ein Teil meines Lebens! Hier habe ich gearbeitet, meine zweite und dritte Ausbildung absolviert, kenne jede Bar, jedes Restaurant, jeden Club – kurz gesagt: Es muss einfach etwas Neues her. Was ich aber auf jeden Fall mitnehmen werde, ist der heißgeliebte fränkische Dialekt, ein bisschen Kultur muss eben sein. Allmächd, was wär a Franke ohne Dialekt! Deswegen möchte ich für „Äusländer“ eine kleine Hilfestellung geben, damit sie sich in Franken gleich zu recht finden. Hier also einige fränkische Schmankerl:

Broudwoschd: wichtiger Begriff für den Alltag in Franken, vor allem in Nämberch, wo in der Innenstadt zahlreiche Broudwoschdbuden stehen. An diesen Bratwurstbuden bestellt man Drei im ->Weggla, drei kleine Bratwürste im Brötchen.

Duusl: Der Franke hat kein Glück, er hat Duusl. „Da hast ->fei an Dussl ghabt“, heißt es nach solch einem guten Ende.

Dübb: Das T und das P schätzt man in Franken bekanntlich wenig, es ist also nur konsequent, dass aus dem „Typ“ der „Dübb“ wird.

Fei: Ein unglaublich praktisches Füllwort, das alles und nichts heißt, und damit so gut wie überall verwendet werden kann. „Fei“ soll dem Gesagten Nachdruck verleihen . „Ich hab fei ka Zeid“ entspricht etwa „ich habe wirklich keine Zeit“. „Du musst fei noch die Spüle ausräumen“ will heißen „vergiss ja nicht, die Spüle auszuräumen“.

Graffl: bedeutet so viel wie Kram oder Gerümpel. Der bekannte Flohmarkt in -> Fädd nennt sich deshalb Graffelmarkt. Das Wort kann im Alltag aber für jegliche Ansammlung von Dingen verwendet werden. Wenn man aufgefordert wird, sein „Graffl“ zusammenzupacken, muss es sich dabei also nicht um etwas Altes, Abgenutztes handeln, sondern es kann genauso gut das neue Handy gemeint sein. (Quelle:SZ)

Für weitere Auskünfte stehen wir Franken gerne zur Verfügung und versuchen eventuelle  Sprachbarrieren aus dem Wege zu räumen. So nun zu meinem Resumé:

Freizeitangebot: ♥♥♥♥

Gastronomie  : ♥♥♥♥

berufliche Perspektiven: ♥♥♥♥♥

Lebenskosten: ♥♥♥

Besonderheiten: ♥♥♥

Menschen: ♥♥♥♥♥