Vielleicht bin ich gar keine Fränkin, sondern Manuel Neuer !

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Die letzten Wochen vergingen wie im Flug, Herrschaftszeiten, was habe ich alles erlebt. Schuld war Bochum. Mein Start ins neue Jahr begann in besagter Stadt und darüber wurde natürlich, wie wahrscheinlich bekannt, berichtet. Dieses Statement über Bochum meinerseits hat sich, wie ein Lauffeuer  binnin Tagen verbreitet. Ehrlich, kein Mensch hätte damit gerechnet. Letztendlich aber, verbuchte ich zahlreiche Likes und Kommentare, erhielt viele Nachrichten über Facebook und E-Mail und es wurde berichtet. Berichtet? Ja, I know, das ist eigentlich mein Part. Anscheinend wurde hier der Spieß umgedreht und so stand ich auf einmal in der WAZ, sowie in den Ruhrnachrichten. Ich gebe zu, als ich die Anfrage der jeweiligen Zeitungen bekam, wurde ich mit Glücksgefühlen durchflutet. Der Titel lautet: „Ein Bayer auf Rügen“ gibt es schon lange nicht mehr, dafür eine „Fränkin im Ruhrgebiet“! Ging wie Öl runter. Eine Woche später, gab ich, noch immer voller Glücksgefühle, meinen Namen bei Google ein. Und da stand es. Schwarz, fett und an erster Stelle. Eine Bayerin auf Koks! What? Gefühlte 10 Minuten starrte ich regungslos auf den Monitor. Unglaublich! Hallo? Der Titel lautete, eine Fränkin im Ruhrgebiet. Nicht Bayerin. Das zumal. Und dann, dass mit dem Koks. Entweder es war ein etwas missglückter Versuch einer pfiffigen Schlagzeile oder es war ein etwas missglückter Versuch einer pfiffigen Schlagzeile. Mir ist vollkommen klar, dass Koks im Sinne von Kohle, als Wortspiel fungieren sollte, aber das macht mal meiner Mutter klar. Ich stellte mich schon mal darauf ein, dass meine Mum mit einem Drogenschnelltest vor mir steht, mit den Worten, ich werde die Drogen in deinem Körper ausfindig machen, eine Sonnenbrille, ganz nach Horatio- Caine-Manier aufsetzte und dabei mit dem Test unter meiner Achsel rum pinselt. Letztendlich lief es auf eine halbstündige Diskussion hinaus, in der ich erfolgreich klarstellen konnte, dass ich nicht „die Nase voll habe“.

nnn

Naja, das entsprach nicht ganz der Wahrheit. Ich hatte sie in gewisser Weise schon voll. Voll, von den leider nicht ausbleibenden, negativ Nachrichten und Kommentaren. Man muss hierbei unterscheiden, zwischen konstruktiver Kritik, die einen stets weiter bringt und Nachrichten, die so unnötig sind, wie Fußpilz. Hand aufs Herz, letzteres möchte niemand haben. So ergeht es mir zu mindestens. Zwischenzeitlich erhielt mein Impressum mehr Klicks, als der eigentliche Artikel. Memo an mich: Impressum regelmäßig posten, kommt gut an! Ja klar, musste das Impressum gelesen werden, nur so erlangte man meine Kontaktdaten, um mir dann anschließend die lebensnotwendigen Fragen aller Fragen stellen zu können. Diese Fragen, sowie die jeweiligen Musterantworten, möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten. Hier meine persönlichen TOP 3.

3. Was denn jetzt? Bayerin oder Fränkin? Regionalgefühl bzw. Geschichtskenntnisse sind wohl fehl am platz.

2. Wird jetzt jeder Mist, von einem unbekannten Tourist veröffentlicht?

3. Was für eine Erziehung haben sie genossen, dass sie solch klischeehaftes Denken an den Tag legen?

99 % dieser glorreichen Fragen hätte ich souverän und ausgiebig beantworten können, leider waren sie mir wurst. Aber die Erziehungsfrage, gebe ich gerne weiter bzw. bin ich so frei und beantworte sie gleich selbst. Aufgepasst, hier nun die Lebensweisheiten meiner Eltern, die meine Erziehung prägten.

3. You can´t  please them all

2. Wenn du etwas anfängst, bringst du es auch zu Ende.(der Klassiker)

1. Solange du unter diesem Dach wohnst, wird hier entweder Rolling Stones oder Beatles gehört, alles andere hat nichts mit Musik zu tun.

So gesehen hatte ich 11 Väter und ehrlich, meine Pubertät war kein Zuckerschlecken. All meine pubertären Gefühlslagen, wurden von meinem Vater musikalisch untermauert. Erster Liebeskummer, mein Dad stand in meinem Zimmer und sang „Help“ von den Beatles. Bei schlechter Laune, die in dieser Zeit keine Seltenheit war, wurde ein freudiges „Yellow Submarine“ performed  und wenn ich nicht das bekam, was ich mir in den Kopf gesetzt habe, kam mir lediglich ein „You can´t always get what you want“ der Rolling Stones entgegen. Es war wirklich nicht einfach, in diesem Haus seine schlechte Laune auszuleben. Aber, es gab Momente da haben wir (meine Schwester und ich) es geschafft, unserem Dad die Farbe aus dem Gesicht zu treiben. Es war der Moment, als er die Telefonrechnung aufmachte und ihm die entzückende Summe von 400 DM anlächelte. „Sympathy for the devil“ zu summen, war  an dieser Stelle übrigens suboptimal.

Mein Vater ist ein klassisches Beispiel für ein Zwei-Seelen-in-der-Brust-Mensch. Auf der einen Seite war er zielstrebig, streng und sehr engagiert. Das spiegelte sich natürlich an seinem beruflich Erfolg wieder. Und auf der anderen Seite, war er ein Kind des Rock´n Rolls, marschierte glücklich und lebensfroh durchs Leben und war sofort für jede Revolution empfänglich. All das, macht ihn zu meinem persönlichen Superhelden und so gebührt ihm die nächste Stadt. Seine Stadt. Hallo München, Hallo Marienplatz, Hallo Rathaus.

donisl

Da stand ich also wieder. Seitdem ich denken kann, wurden hier, Jahr für Jahr, die Sommerferien verbracht. Also nicht am Marienplatz, wohl möglich noch singend. Nein, bei meiner Familie, die am naheliegenden Ammersee wohnhaft ist. So gesehen, schlagen zwei Herzen in meiner Brust, ein Fränkisches und ein Bayrisches. So war es auch klar, dass ich mit 10 Jahren mein erstes FC Bayern Trikot bekam, ich mit 11 in der Südkurve stand und ich natürlich mit 12 Mehmet Scholl heiraten wollte. Ganz pfiffige Füchse stellen jetzt fest, dass ich mit Nachnamen nicht Scholl heiße. Ja, mein Masterplan wies gewisse Lücken auf und ich musste einsehen, meine Ansprüche bezüglich Ehe ein wenig zurück schrauben. Ich will jetzt Lewandowski heiraten. Aber zurück zum Marienplatz. Bevor es zu einem Bayernspiel ging, war ein Besuch im Donisl, das sich direkt am Marienplatz befindet, unerlässlich. Klar, dass das meine erste Adresse war und so stürmte ich vorfreudig hinein, um mir beim Reinlaufen, traditionell, ein paar Weißwürste mit Brezn, zu bestellen. Wohl gesättigt, konnte nun die Sightseeing Tour losgehen. Einmal quer über den Marienplatz gelatscht, steht man auch schon mitten auf dem Viktualienmarkt, der bei einem Besuch nicht vergessen werden sollte. Hier schlendert man im besten Fall, mit einem Weidenkorb in der Hand durch und erfreut sich über allerlei Köstlichkeiten, die in Hülle und Fülle angeboten werden ODER man wird einfach nur unsanft durch gequetscht und kann dann stolz behaupten, ich war samstags am Viktualienmarkt and still alive. Nach dieser Nahtoderfahrung musste dringend ein wenig Spaß her und da ich bekanntlich alles sein kann, ob Bayerin, Fränkin oder Manuel Neuer, wollte ich heute mal Kaiserin sein. Also, ging es ab in die Bavaria Filmstudios. 35 min. später stand ich im Bullyversum und war in der Roller der Sissi wiederzufinden. Nein, mich hat es auch nicht wirklich gewundert. Fazit: Es war eine Mordsgaudi, ob allein oder mit Familie ein absolutes MUSS und ein großes Danke an meinen Setpartner „Franz“, du hast eindeutig Nerven aus Stahl.

münchen

Da ich über München ein ganzes Buch schreiben könnte, kommen hier fix meine favorit Hotspots. Für einen unglaublichen Ausblick auf die Dächer Münchens, empfehle ich, den Olympiaturm. Hier findet man auch gleich in der Nähe das Olympiaeinkaufszentrum, in dem man Wochen verbringen könnte. Der Olympiapark ist immer ein Ausflug wert, da hier wechselnde Aussteller, wie z.B. Körperwelten, Konzerte oder auch Marathonläufe zu finden sind. Zugegeben, dass mit den Marathonläufen weiß ich nur vom Hörensagen, da ich niemals auf die Idee kommen würde, solch einer Veranstaltung beizuwohnen. Marathon läuft bei mir nämlich unter den Begriff: „Sterben mit Anlauf“. Abends glänzt die Innenstadt mit wunderschönen, zahlreichen Bars. Ganz besonders das Sausalitos lädt zum Versumpfen ein und sollten die Ladies für den bevorstehenden Abend mal richtig schick gemacht werden wollen, empfehle ich, sich tagsüber in der Fußgängerzone zwischen Stachus und Marienplatz auf zu halten. Hier findet man unglaublich viele Männer mit perfekt gezupften Augenbrauen, manikürten Fingernägel und extrem engen Slim Fit Hosen. Einfach mal ansprechen und nachfragen.

So, und nun? Könnte München meine Sinn City werden? Um direkt in der City wohnen zu können, fehlt mir leider das nötige Kleingeld oder der noch fehlende Nachname Lewandowski. Außerdem, war München – und wird es auch immer bleiben – die Sinn City meines Vaters.  Aber München hat noch ein wunderschönes Umland, wie z.B. den Ammersee. Hier könnte ich mich auch ganz bequem bei meiner Familie einnisten. Ja Conny,  du liest richtig. Bevor ich da jetzt hindüse, kurz noch mein Resumé.

Freizeitangebot: ♥♥♥♥

Gastronomie  : ♥♥♥♥

berufliche Perspektiven: ♥♥♥

Lebenskosten: ♥

Besonderheiten: ♥♥♥♥♥

Menschen: ♥♥♥♥

 

                                      in memoria D.Krauß *25.02.1955 †23.02.2009
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