Cast Away – zwischen Zipp Beuteln und 100ml Behälter !!

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Ganze drölf Wochen ist mein letzter Eintrag her und I know – Schande über mein Haupt – aber es war einiges los. Und jetzt? Jetzt stecke ich mitten im Countdown. Noch 8 Tage, dann beginnt die Sause in die USA, oder, wie ich es so schön nenne: Der Höllentrip mit dem Flieger kann beginnen. Warum Höllentrip? Wie beschreibe ich es am zutreffendsten? Es gibt Menschen, die bummeln Richtung Flughafen, schlürfen vor Abflug noch ein Sektchen, schlendern anschließend zum Gate, damit sie dann chillig im Flieger sitzen und die meiste Zeit des Fluges verschlafen oder ganz gemütlich 10 Liter Tomatensaft trinken. Diese Leute laufen bei mir unter der Kategorie „Zauberwesen“. Und dann gibt es  Menschen wie mich. Wobei, ob es noch so ein Flugexemplar wie mich gibt, bezweifel ich. Ich komme irgendwie zum Flughafen, wie genau weiß ich nicht, weil ich mich bereits in einem deliriumartigen Zustand befinde. Sektchen schlürfen ist auch nicht, da ich 3 Tage vor Abflug nahrungsaufnahmeunfähig bin. Beim Gate irgendwie angekommen, verbreite ich allein durch meine Anwesenheit bei den restlichen Flugpassagieren pure Angst und Schrecken. Wer bis dato noch keine Flugangst hatte, hat sie spätestens jetzt. Mein ganzes Erscheinungsbild ist in dieser Phase, sagen wir, außergewöhnlich. Meine Haut ist kreidebleich, aber sie gibt einen schönen Kontrast zu meinen rubinroten Stressflecken. Meine Hände schwitzen um die Wette und mein Magen ist dauerflau. Kreisrunder Haarausfall würde mein „Outfit“ noch perfektionieren bzw. abrunden, aber man kann ja nicht alles haben. Mein letzter Flug endete damit, dass ich die nette Flugbegleiterin um beruhigende Mittel gebeten habe. Darauf bekam ich Baldriantropfen. Baldrian-what ? Ja genau, dazu am besten noch ein Räucherstäbchen, das ich zwei Stunden rumwendeln hätte können und einen Traumfänger, den ich mir passend dazu um den Hals gehängt hätte. Hallllohhhooo. Ich dachte da eher an Valium, Tilidin oder whatever. Harte Pharmazie eben. Hatte sie nicht. Also wurden es die Baldriantropfen, die ich mir am liebsten ins Auge geschüttet hätte, damit ich zu mindestens das Elend nicht mehr sehen hätte müssen.

Fazit: Diesmal bin ich vorbereitet und bringe mir meine nötigen Mittelchen selbst mit.

Vorteil: gechillter Flug.

Nachteil: Bei einer eventuellen Notwasserung könnte ich meine Schwimmweste nicht schnell genug anziehen. Puhhhh. Sorry, aber die ist ja wirklich der Lebensretter schlecht hin, wenn man aus gefühlten 85 km Höhe, im besten Falle noch im Einzugsgebiet eines weißen Haies, auf dem Meer zerschellt. Und wenn mich diese Weste nicht aus dieser brenzlichen Situation rettet, ist ja da noch der ausgeklügelte Plan B. Dieser wurde wahrscheinlich bei einem mehrwöchigen Meeting der gesamten Fluggesellschaften entwickelt, perfektioniert und optimiert. Raus kam dann der Masterplan schlecht hin. Die lebensrettende, hoch sinnvolle Sitzposition bei einer Flugzeugkatastrophe. Seit Wochen bereite ich mich schon darauf vor, meinen Kopf annähernd zwischen die Knie zu bekommen. Im Yoga Kurs würde diese Position wahrscheinlich unter „der abstürzende Adler“ laufen.

Irgendwie werde ich diesen Flug schon hinbekommen. Ach, es sind ja vier, weil ja Holde unbedingt noch von der Ost- zur Westküste fliegen muss. Was ich mir dabei wohl gedacht habe. Eins ist schon mal sicher, danach werden zukünftige Kurzflüge lächerlich erscheinen und bei vier Flügen innerhalb von 14 Tagen mit jeweils dreitägiger Nahrungsaufnahmeunfähigkeit werde ich meine angefutterten Winterkilos an jeweiligen Orten lassen. Ich nenne diese Diät dann Fly Carb oder Trump Diät, weil ich mein „Fett wegbekomme“. Okay, ich hör´schon auf, nicht das ich meine und Wilsons Einreise noch gefährde. Wilson? Meinen Flug werde ich natürlich nicht alleine bestreiten und alle, die den Film „Cast Away“ kennen, können sich schon vorstellen, wie meine Flugbegleitung aussehen wird. Ein Spaß wird das. Ihr könnt gespannt sein. Bis dahin habe ich aber noch einiges zu erledigen. Da wären sie wieder, meine heißgeliebten 1000 Fragen, gepaart mit meinem „Planungstalent“.

Wie komme ich überhaupt mit meinem riesengroßen Koffer an den Frankfurter Flughafen? Zug ist ausgeschlossen, da ich kein Freund von öffentlichen Verkehrsmitteln bin und mit meinem Auto kann ich auch nicht fahren, weil mein Kofferraum genauso viel Stauraum besitzt, wie ein Schuhkarton. Wie komme ich vom New Yorker Flughafen zum Hotel? Wo war eigentlich nochmal mein Hotel? Habe ich eigentlich schon eine Buchungsbestätigung erhalten? Wann war nochmal mein Weiterflug? Und wohl die entscheidensten Fragen überhaut. Wieviel 100ml Behälter darf ich mit nehmen? Muss ich meine Wimperntusche auch umfüllen? Und wo ist eigentlich Wilson, wenn man ihn mal braucht? Ich seh´schon, läuft bei mir, zwar rückwärts und bergab, aber läuft. Ich werde euch auf jeden Fall auf dem Laufenden halten und sollte ich auf meinen Flügen stolze Besitzerin von WLAN sein, werde ich es mir nicht nehmen lassen, live aus dem Flieger zu berichten. Wo ich letztendlich rauskomme, ob ich auf dem Weg verschollen gehe oder welche Abendteuer mich ereilen werden, ihr werdet es hier erfahren. Next stop – New York und ihr könnt euch denken was ich als erstes dort schmettern werde……Let´s go!

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