Ready, steady, Gesichtsentgleisung !

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Es war soweit: 21.05.2016, 4:35 Uhr, der Wecker schellte. Absolut unnötig, als ob ich jemals eine Sekunde schlafen hätte können. Warum? Zum Einen war es die Vorfreude auf meine Liebste, die ich nach einer gefühlten Ewigkeit endlich wieder in die Arme schließen durfte und die, wenn alles gut geht, in New York am Flughafen auf mich wartet. Zum Anderen, die nicht unbegründete Todesangst, jämmerlich mit dem Flieger auf dem Meer zu zerschellen, von Haien angefressen zu werden und für immer als verschollen zu gelten. Ja, ich bin immer noch ein Lappen, was das Fliegen betrifft und es war natürlich so klar, dass genau ein Tag vor meinem Abflug ein Flugzeugunglück passierte. Darüber wurde natürlich ausgiebig in sämtlichen Medien berichtet, was meine Lage nicht unbedingt besser machte. Ich gebe nun mal ungern etwas aus der Hand. In diesem Falle war es eben mein Leben. Zu meiner Verteidigung ist zu sagen: „Ich bin nicht der einzige Lappen in Deutschland.“ Genauer gesagt, ist laut einer Statistik jeder vierte Deutsche ein Fluglappen. Okay, man redet in der Medizin nicht von Fluglappen sondern von Aviophobie, aber das Resultat ist das Gleiche. Letztendlich musste ich dem Piloten einfach vertrauen. Wie viele Flugstunden hat er schon absolviert? Wie erfahren wird er wohl sein? Und wie schwierig ist es, seine Telefonnummer raus zubekommen, um mit ihm bei einem netten Pläuschchen die Flugroute zu besprechen und sich so gleich besser kennen zu lernen? Fazit: Es war zu schwierig.

himmel

Bevor aber die Supersause mit dem Flieger beginnen konnte, musste ich es erstmal bis zum Frankfurter Flughafen schaffen. Wie schon im letzten Bericht erwähnt, war die Anreise mit eigenem Auto ausgeschlossen, da mein Kofferraum einen Stauraum von maximal drei Schuhkartons hergibt. Vorausgesetzt, man hat eine maximale Schuhgröße von 37. So musste kurzerhand ein Leihwagen her, den man dann ganz bequem am Flughafen abstellen konnte. Voraussetzung hierfür,  man findet die Rückgabestelle. Gut, dass Frankfurt einen so kleinen Flughafen bietet, überschaulich obendrein – Nicht! Ich war kurz davor, diese Dreckskarre auf dem Rollfeld zu parken. Es war natürlich auch klar, dass ich es nicht auf die Reihe bekam, dieses Auto wieder vollgetankt zurück zu geben. Aber was sollte schon ein halber Tank Diesel kosten? Ich sage es euch! Ein Vermögen !!! Um genauer zu sein „angemessene“ 92 €! Da hätte ich auch gleich nach New York fahren können! Wusa, ich verschwendete keine Energie, um mich großartig aufzuregen, brauchte ich doch Diese, um meine Todesangst aufrecht zu halten.

Freiheit

30 Minuten später war mein Koffer aufgeben, der Sicherheitscheck wurde mit meinen 100 ml Behälter mit Bravour gemeistert und das richtige Gate war ausfindig gemacht. Jetzt hieß es nur noch 3,5 Stunden warten bis das Boarding beginnen konnte. Memo an mich: Zeitmanagement über-arbeiten. Zeit genug, nochmal sämtliche Freunde an zu schreiben, Facebook & Co zu checken und ach ja, ich musste ja standesgemäß mit meiner Anwesenheit bei den restlichen Passagieren Angst und Schrecken verbreiten. Was, wie immer mit meinem äußerlichen Erscheinungsbild ( Stressflecken und Schweißflecken sei Dank ) ein Klacks war. Dann näherte sich das Boarding! 10 Minuten! Ich war gerade dabei, mir meinen I Pod ins Ohr zu schmettern, um mich mit musikalischen Klängen selbst zu beruhigen, als das Unmögliche geschah. Vorab ist noch einmal zu erwähnen, ich stand kurz vor meinem ersten Langstreckenflug, alleine, ohne jeglichen Beistand und einen wichtigen ausschlaggebenden Punkt hatte ich nicht bedacht. Ich habe mit Abstand die besten Freunde dieser Welt, die sich anscheinend  in einem Punkt einig waren. Wir dürfen sie in dieser Lage nicht alleine lassen. So begann mein aufregender Trip mit einer (von vielen) Überraschungen. Darüber Schreiben, unmöglich. Die passende Worte zu finden, ausgeschlossen. Gut, dass es ein Video darüber gibt.

Ich möchte an dieser Stelle nochmals wiederholen: „Ihr Assis“! Wochenlang sah mir mein gesamter Freundeskreis dabei zu, wie ich mich zunehmend verrückt machte. Schaffe ich meine Anschlussflüge? Finde ich meine Gates? Komme ich überhaupt jemals an? Warum mache ich diesen Kack überhaupt? Um letztendlich mit meinem besten Freund Sebastian fliegen zu dürfen.

Jeder war informiert. Freunde, Familie bis hin zu meinem Reisebüro, das hinter meinem Rücken die gesamten Flüge für meinen Besten mit buchte. Flüge, Hotels sogar der Sitzplatz neben mir war für ihn reserviert. Es war einfach der Wahnsinn und ich kann mich glücklich schätzen, dass ich solche Freunde habe, aber ehrlich, ihr hättet mir einiges an Nerven ersparen können, deswegen ein erneutes und pfiffiges: Ihr Assis !!!!! Nun konnte die Reise endlich beginnen. Noch ganz durcheinander und aufgeregt, ein reines Wechselbad der Gefühle, nahmen wir unsere Plätze ein. Ich wurde ruhiger, da ich jetzt wusste, rechts neben mir einen seelischen Beistand zu finden. Beistand! Paahhhh! Wenn ich mich nicht in seinen Arm gekrallt hätte, hätte er den Start fast verschlafen. Wie kann man  innerhalb von zwei Minuten in einen komatösen Schlaf verfallen. Das ist wohl so ein Männerphänomen. Egal, ich war wirklich froh ihn bei mir zu haben. Es vergingen keine zwölf Minuten, da beschloss ich meiner noch auf sich wartenden Tiefenentspanntheit in Form von harter Pharmazie nachzuhelfen. Yeaahh! Jeder kann sich nun denken was folgte. Genau! Ich „folg“ mit dem Flieger um die Wette. Vier Mahlzeiten, zahlreiche Folgen von „How I meet your Mother“ und dem ein oder anderen Gläschen Vino, der übrigens vorzüglich zu meinen „Spaßmachern“ passte (zur Nachahmung ist ausdrücklich abzuraten) später, steckten wir schon mitten im Landeanflug.

NEW York Da war sie. Die berühmt berüchtigte Skyline von New York. Freude stieg auf. In wenigen Minuten werde ich nicht nur in der aufregendsten Stadt der Welt stehen, sondern mich erwartete hier noch meine Beste. USA Trip mit meinen zwei Besten sozusagen. Manchmal kann ich mein Glück selbst nicht fassen. Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, das war erst der Auftakt. Was wir alles erlebten, ihr dürft wirklich gespannt sein.

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