Eine Stadt und ihr schreckliches Schicksal

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Im Hausflur kam mir der Geruch von Essen entgegen. Ich kam gerade von der Schule nach Hause. Meine Mum wartete schon mit Spinat, Spiegelei und Stampf auf mich. Während sie alles liebevoll auf den Teller drapierte, erzählte ich ihr von meinem, für mich, anstrengenden Tag. Ich bin 15. Voll mit irgendwelchen Hormonen, Problemen, die unüberwindbar erscheinen und das Schlimmste, es war gerade erst Dienstag. Ich mag keine Dienstage. Ich korrigiere mich. Ich hasse sie. Zum einen lag bis zum Wochenende die Hälfte an Woche noch vor mir, zum anderen muss ich gleich zur Englisch Nachhilfe. Würg. Naja, ein Stündchen zum Chillen hatte ich noch. Also, schnell ab zum Sport. Scherz, wie gesagt, ich bin 15 und bevorzuge eher Nutellagläser gepaart mit TV. Glas auf, Fernseher an und da waren sie: Unerwartet, unbegreiflich und unvorstellbar. Auf jedem Sender der gleiche grausame Anblick. Es ist nicht irgendein Dienstag. Heute schreiben wir den 11.09.2001. Es ist genau 10 Minuten her, als der Flug AA 11 in den Nordturm des World Trade Centers in New York einschlug. Wie konnte das bloß passieren ? Es kann nur ein furchtbarer Unfall sein. Weitere sieben Minuten später wurden wir eines Besseren belehrt. Flug UA 175 schlägt in den Südturm ein und wir alle wurden zu Zeugen. Wir ? Ja, wir. Es war eindeutig ein Anschlag. Nicht nur Anschlag gegen New York, nicht nur gegen die USA, es war ein Terrorakt gegen die gesamte westliche Welt. Es traf Amerika direkt im Herzen und es sollte nichts mehr so sein, wie es einmal war.

im Herzen von NY

Diese Bilder brannten sich in unsere Köpfe. Das Wahrzeichen von New York stand lichterloh in Flammen. Überall tapfere Feuerwehrmänner, die alles gaben, um die Katastrophe in den Griff zu bekommen. Panische Menschen, etwa 200, die sich aus den obersten Fenstern der Türme in den Abgrund stürzten, weil sie keinen anderen Ausweg fanden, als jenen. 9.59 Uhr Ortszeit gab der Südturm nach. 10.28 Uhr folgte ihm der Nordturm. New York wurde von einem grauen Schleier, bestehend aus Staub, Rus und Geröll umschlungen. Die Twins, bestehend aus unglaublichen 200.000 Tonnen Stahl und 325.000 m3 Beton, waren dem Erdboden gleich. Schlimmer, an diesem Tag verloren 2.992 Menschen ihr Leben, darunter 127 Passagiere, 18 Besatzungsmitglieder, 343 Feuerwehrleute, 60 Polizisten und acht Sanitäter. 2.992 Familien wurden zerrissen, 2.992 Partner verloren ihren Mann oder ihre Frau und 2.992 beste Freunde waren plötzlich ohne.

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Es sind knappe 15 Jahre vergangen und nun sitze ich mit meiner Besten am Memorial Place. So heißt der Platz heute, an dem früher diese gewaltigen Türme in den Himmel ragten. Bevor wir die Fundamente der Twins am Ground Zero aufsuchten, ging es zunächst zu einem anderen Turm. Der Freedom Tower, auch bekannt, als das One World Trade Center, war die amerikanische Antwort auf 9/11. Es ist das höchste Gebäude der Vereinigten Staaten und das Vierthöchste der Welt. Genauer gesagt ist der Tower 1776 Fuß hoch. Diese Höhe entstand nicht aus reinem Zufall. Sie symbolisiert das Jahr der Unabhängigkeitserklärung. Für die Einen ist dieses Gebäude eine architektonische Meisterleistung, für Andere der wohl größte nach Osten gerichtete Mittelfinger auf Erden. Vor allem Nachts sticht der Freedom Tower durch seine bewusst gewählte, grelle Beleuchtung aus der Skyline von New York heraus. Egal wie, er ist ein Mahnmal und eine Erinnerung, die niemals vergessen werden darf.

OWTC

Seitdem 29.05.2015 ist dieser Turm, besser gesagt, die gewaltige Plattform offiziell für jeden zugänglich. Alles, was man für die Erklimmung des Turmes benötigt, ist das nötige Kleingeld für den Eintritt sowie für ein evtl. Kaltgetränk on the top. Tipp: Nehmt viel Kleingeld mit. Böse Zungen würden behaupten, 18 Dollar für ein Heineken, ist Wucher. Aber eins verspreche ich euch: Jeder Dollar ist es wert. Ich möchte nicht zu viel verraten, da es jeder selbst einmal erleben sollte. So viel sei euch gesagt, es erwarten euch einige Specials. Überwältigt vom einmaligen Ausblick, traten wir nach ca. zwei Stunden wieder den „Abstieg“ in Form eines Aufzugs an. 1776 Fuß in 60 Sekunden ist nicht jedermanns Sache, aber was hatten wir zu verlieren. Ach ja, unser jeweils 18 Dollar Bier.

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Unten angekommen, ging es zu dem Ort, an dem das Unglück geschah. Es war ein komisches, wenn nicht sogar beklemmendes Gefühl. Da waren sie direkt vor uns, die „Fußabdrücke“ der Zwillingstürme. Man muss sich zwei gewaltige Wasserbecken in Form von Vierecken vorstellen. Jedes Becken hat in der Mitte ein schwarzes Loch. Hier fällt das Wasser neun Meter in die Tiefe. Diese zwei Gedenkstätten zählen, als größte jemals von Menschenhand erbauten Wasserfälle. Umrandet werden sie jeweils von einem Kumpferrand, in jenem alle Namen der Opfer verankert wurden. Lediglich auf die Namen der Attentäter wurde verzichtet. Vereinzelt stecken frische Rosen zwischen den Namen. Man hat hier nicht nur einen Ort des  allgemeinen Gedenkens geschaffen, sondern auch den Hinterbliebenen die Möglichkeit gegeben, seinen Lieben nahe zu sein.

Ground Zero

Der 11. September 2001 ging in die Geschichtsbücher ein, damit diese Tat niemals vergessen wird. Ground Zero, ein Ort, der einem vor Augen führt, was Hass anrichten kann, wie dumm die Menschen sein können und wie wertvoll das eigene Leben ist. Noch immer kreisten die Bilder in meinem Kopf und der Geruch von Spinat lag mir in der Nase. Ich und so viele andere Menschen werden diesen Tag wohl niemals vergessen. Aber, wie sagte Bundespräsident Rau damals sehr treffend: „Wir dürfen uns von niemandem dazu verleiten lassen, ganze Religionen oder ganze Völker oder ganze Kulturen als schuldig zu verdammen.“   Mit diesen gemischten Gefühlen machten wir uns wieder auf dem Weg. New York, was kommt als nächstes ?

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New York, New York wir fahren nach New York !

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 New York! Was fällt mir zu dieser Stadt als erstes ein ? Um ehrlich zu sein: So einiges. Diese Stadt begleitet mich seit Jahren, wenn nicht sogar Jahrzehnten und zwar in Form von der legendären Serie “ Sex and the City“. Sorry, ich bin mit dieser Serie groß geworden und aufgrund dessen wurde mindestens über 10 Jahre lang einmal die Woche zu meinen Freundinnen gesagt: „Irgendwann müssen wir nach New York City!“  Es mag vielleicht etwas klischeehaft klingen und mir ist auch bewusst, dass dieser Satz nicht nur in unserem Kreise gefallen ist, aber ist mir wursti. Ich muss mindestens einmal in meinen Leben auf der Brooklyn Bridge stehen und die Szene von Miranda und Steve nachspielen, einmal Nachmittags mit meinen Freundinnen in einem Kaffee sitzen, total overdressed und stilgerecht Champagner schlürfen und mindestens einmal in einem wunderschönen, mädchenhaften Kleid einem Taxi hinterher brüllen, so laut, dass jeder Bauarbeiter neidisch werden würde. Irgendwann, will ich das erleben. Irgendwann war jetzt.

Wilson Travelyst

Okay, der Masterplan, mit all´ meinen Chicas New York zu erobern, wies gewisse Lücken auf. Es wird wohl auch eine Lebensaufgabe werden, alle zu gleicher Zeit über den großen See zu bringen, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich nie.  Letztendlich eroberte ich die City mit meiner besten Freundin, mit meinem besten Freund und Wilson. Wenn ihr euch jetzt fragt, wer Wilson schon wieder ist, kurz eine Erläuterung: Wilson ist mein treuer Wegbegleiter. Meistens bin ich auf meinen Reisen alleine unterwegs und ja, ich brauche auch eine gewisse Aufmerksamkeit. So wurde Wilson ins Leben gerufen, der mir stets zur Seite steht. Darin ist er wirklich gut, hat er doch schon Tom Hanks in dem Film Cast Away die Stange gehalten und da ich mich ab und an auch verschollen fühle, ist er wie geschaffen für mich. Aber zurück zu New York City. Nach 8,5 Stunden Flugzeit standen wir endlich am Gepäckband in Newark und die Zeit lief ab jetzt. Uns bleiben genau 64 Stunden bis unsere nächster Flieger nach Phoenix startet. 64 Ministunden. Wir hatten einfach keine Zeit zu verlieren. So war es klar, dass wir auf gar keinen Fall mit dem Bus zu unserem Hostel Pod 39 fahren würden. Denn jeder weiß, dass ein Bustransfer zum Hotel einer Geiselnahme gleicht. Also brüllten wir ein Taxi herbei. Okay, wir stiegen einfach in eines der zahlreichen Taxen vor dem Flughafen ein, aber das mit dem Brüllen wird noch durchgezogen.

pod 39 - New York

Ich kann euch gar nicht mehr genau sagen, wie lang die Fahrt dauerte, aber an den Preis kann ich mich ganz genau erinnern. 88 $ waren mit dem Fahrer vereinbart. Was wir nicht wussten, zuzüglich Tax sowie sämtlichen Mautgebühren für Brücken, Tunnel, geteerte Straße ,what else für alles noch. Unterm Strich zahlten wir 113 $ für eine geschissen Taxifahrt. Könnt ihr auch den Skandal, der in der Luft liegt, riechen? Das ist eindeutig ein Fall für Metamathematik und Mr. X!  Ein Flug von Frankfurt nach New York (6202 km) kostet round about 400 €. Eine Taxifahrt vom Flughafen Newark zu meinem Hostel (28 km) umgerechnet 102 €. Logisches Fazit: X = 1,80 € ! Genau diese Summe werden ich dem Piloten das nächste Mal entgegen werfen mit der Aufforderungen, mich mit seinem Flieger zum Hostel zu fahren. Egal, getreu dem Motto, was kostet die Welt, ich nehme zwei, stand ich wenige Minuten später auf der hauseigenen Dachterassse und genoß den ersten Cocktail auf amerikanischen Boden. Dabei die Skyline vor Augen und fetzige Musik aus den 80igern im Ohr. Sorry, aber das lief definitiv unter  den Begriff „Leben genießen“.

new York city girls

Nach einer kurzen, aber erholsamen Nacht, begann die Erkundungsphase. Was hat New York alles zu bieten? One World Center, Big Apple, Central Park, Time Square, Grand Central Station, nicht zu vergessen die Manhattan und Brooklyn Bridge, da gab es ja noch  gewisses Date bzw. eine Szene nachzustellen. Die Liste war lang, also machten wir uns unverzüglich auf den Weg zum – Tommelwirbel- Shopping. #Prioritätensetzenkannich. An dieser Stelle möchte ich auch gleich das Wort Zollfreibetrag in den Raum schmettern und gleichzeitig als mein Unwort des Jahres 2016 nominieren. Ganz genau beträgt der Zollfreibetrag 430 €. Lächerlich und reinste Schikane, aber das sollte man wissen, bevor man seine Kaufrauschtour beginnt. Mit einem Stadtplan bewaffnet, stürmten wir den Time Square und was soll ich sagen, er ist noch beeindruckender, als ich ihn mir vorgestellt hatte. Es ist eine reinste Reizüberflutung. Tausende Lichter, Musik aus allen Ecken, begleitet vom ständigen Taxigehupe, das zugegebener Maßen, der Stadt diesen Flair verleiht, gekrönt von den verschiedenen Menschen aus aller Herrenländern. Die Geschäfte reihen sich nur so aneinander und die kulinarischen Genüsse kommen hier auch nicht zu kurz. Hier findet man einfach alles. Ich bin mir sicher, wenn es  einen Nabel der Welt geben würde, dann wäre er eindeutig hier zu finden.

Wir liefen weiter gen Downtown. Um genau zu sein, war unser Ziel Lower Manhattan. Der südlichste Teil von besagter Insel. Unser Weg sollte uns durch die Stadtteile Little Italy und China Town führen. Warum sollte? Little Italy war so „little“, das wir es einfach nicht gefunden haben bzw. waren wir laut Karte da, aber wie gesagt es war einfach zu little. Dafür machte es China Town wieder wett. Soviel China habe ich auf so wenig Platz noch nie gesehen. Aber, jeder der mich kennt, weiß, dass ich mich pudelwohl gefühlt habe. Was soll ich sagen, ich bin eben ein Fan der asiatischen Kultur. Nachdem wir uns den Weg durch das gastfreundliche Völkchen gebahnt hatten, stand sie vor uns. Überwältigend war dieser Anblick und fragt mich nicht warum, aber ein gewisses Freiheitsgefühl kam auf. Nein, wir standen nicht vor der berühmten Liberty Statue sonder mitten zwischen Manhattan und Brooklyn Bridge.

manhattan meets broocklyn

New York, you made my day und das, war erst der Anfang…