Von Las Vegas, über Frankfurt in den Leichenkeller!

Hinterlasse einen Kommentar Standard

Ich bin drin!! Ole, Ole! Nach gefühlten 1000 Stunden habe ich es endlich geschafft meinen eigenen Block zu hacken. Was man dazu benötigt, habe ich euch kurz zusammen gestellt.

  1. Das absolute A und O dafür und unabdinglich ist seinen Block so lange zu vernachlässigen bis man sämtliche Daten, Zugänge und Passwörter vergessen hat.
  2. Danach folgt die Anmeldung über  Facebook , um überhaupt seine Blogseite im World Wide Web wieder zu finden, weil siehe Punkte 1 auch diese Adresse erfolgreich verdrängt, vergessen oder bei der letzten Supersause versoffen worden ist und zu guter letzt
  3. sämtlich infrage kommende Passwörter einzugeben, um dann fest zustellen, wie leichtsinnig man mit seiner damaligen Wahl eigentlich war.
  4. Last but not least. Passwort ändern!

So, da bin ich also wieder. Ganze zehn Monate ist mein letzter Eintrag her und ich bin ehrlich, da wieder anzuknöpfen, ist schlicht unmöglich. Ich bin ein Mensch, der schon Probleme damit hat sich an sein Mittagessen zu erinnern, wie um Gottes Willen sollte ich jemals mein Erlebtes von 1,5 Jahren Revue passieren lassen.  Okay, Herausforderung angenommen! Was bisher geschah.

Nachdem ich also die Birthday – Sause meines Lebens in Las Vegas verbrachte, die besten Glückwünsche aus allen Teilen der Welt erhielt, ging es anschließen zum Hoover Dam und an den Grand Canyon.  Der Hoover Dam ist einfach gigantisch und der Grand Canyon auch. Genauso gigantisch sind die unverschämten Preise, die man für jeden zurückgelegten Zentimeter am und um den Grand Canyon bezahlen muss. Turbo gigantisch und an Gigantischität nicht zu übertreffen ist die dortige Selbstmordrate. Wer unbemerkt und sicher sterben will, stürzt sich, laut Aussage des Guides, einfach runter. Für mich nicht vorstellbar, da ich es nicht mal annähernd an den Rand der Schlucht geschafft habe ohne mich fast einzunässen. Schon allein der Anblick von verrückte Menschen, die ihre Sprösslinge über den Abgrund hielten, um das perfekte Selfie zu erhalten, bereitete mir monsunartige Schweißausbrüche. LOCO!  Da fehlten sogar mir die Worte.

Wenn ich ehrlich bin, möchte ich gar nicht soviel darüber berichten, weil a) Erinnerungslücken und b) war weit und breit keine passende (Sinn) City für mich dabei. Es gab noch nicht mal ein Dorf oder ein Haus. Ab und an habe ich mal einen Busch gesehen. Dieser war aber leider dem Tod näher als dem Leben. Amerika ist für mich nicht der richtige Ort. Obwohl. Ach mal schauen. Es war auf jeden Fall nicht die letzte Reise über den großen See. Möchte ich doch noch unbedingt nach Hawaii (da es zu meinem 31-igsten Geburtstag leider nicht geklappt hat), Seattle, Miami und Los Angels. Schauen kann man ja mal. Aber zunächst stand erstmal der Rückflug an. Zum Bedauern meines Wingmans. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, als er , nachdem wir die Sitzplätze unseres Fliegers einnahmen, zu mir sagte: „Franzi, versuch doch mal den Flug ohne Beruhigungsmittel zu überste….!“ Die letzten Buchstaben habe ich leider nicht mehr verstanden, weil die besagten Mittel ihre Pflicht erfüllten. Nach einem ausgiebigen, zehnstündigen Powernap wachte ich pünktlich zum Landeanflug wieder auf. Hier an dieser Stelle möchte ich mich nochmals von ganzen Herzen bei meinem Besten bedanken. Ohne dich wäre die Reise nur halb so schön gewesen. Danke für diese unvergessliche Zeit. Danke, dass ich die zehn langen Flugstunden auf deiner Schulter schlafen durfte. Danke, dass du keine Probleme damit hattest, einen halben Tag mit einer tauben Schulter rum zu laufen. Du bist einfach der Beste.

Nachdem wir also wieder sicher in good old Germany gelandet waren und problemlos durch den Zoll gelangten, wartete schon ein netter Herr auf mich, der extra von München nach Frankfurt fuhr, um mich dort zu begrüßen. Er dann leider fest stellten musste, dass ich 0,0 aktiv im öffentlichen Verkehrsleben teilnehmen sollte, er mich kurzerhand einpackte und sicher nach Hause brachte. Ja, meine Damen und Herren, es gibt sie noch. Tolle Menschen. So toll, dass sie zur Mitverantwortung meiner Blogvernachlässigung gezogen werden. That´s life. So, jetzt fragen sich manche. Wo kommt denn der tolle Mensch her? Wie hat sie es geschafft, einen anständigen Kerl kennen zu lernen, wenn sie ständig durch die Gegend bummelt? Ich will ehrlich zu euch sein. Ich habe keine Ahnung. Es war wohl das Blinde Huhn – Korn – Phänomen.

IMG_4009

Ganz schlaue Köpfe können nun 1 und 1 zusammen zählen. Ich tauschte meinen Lap Top gegen Grillabende. Meinen Blog gegen Netflix. Meine spontanen Städtereisen gegen Pauschalreisen zu zweit. Ja, ich weiß, es war auch für mich Neuland.  Im voraus möchte ich klarstellen, dass es wunderschön war, aber, wie soll ich sagen, es ist nun mal die bekannte Anfangszeit. Die Zeit in der man sich selbst kaum wieder erkennt. Man möchte dem Gegenüber schließlich gefallen und macht vielleicht hin und wieder Sachen, die einem selbst zum Schmunzeln bringen. Die Franziska, die man in den ersten sechs Monaten kennen lernt, hat mit der eigentlich Franziska genauso viel Gemeinsamkeiten wie ein Veganer und ein Mettigel. Was erzähl ich euch. Als ob ihr das nicht kennen würdet. Kein Mensch präsentiert in den ersten Monaten seine Leichen im Keller. „Hallo, mein Name ist Franziska und ich habe mit festen Bindungen, ob einfache Handyverträge oder Beziehungen jeglicher Art, gewisse Probleme.“ Das sagt doch kein Mensch. Nein, man sagt natürlich: „Hallo, mein Name ist Franziska und ich habe einfach noch nicht den Richtigen gefunden.“ Und zack wirft man seine Leiche elegant in den Keller. Sicher im Keller verstaut, kommen wir zum nächsten und logischsten Schritt. Der wäre?  Genau! Man macht sich auf die Suche nach seinen Leichen. Hier wäre jetzt der richtige Zeitpunkt den Blog umzubenennen. Von Sinn City – Suche nach der perfekten Stadt in  Partnerschaft City – Suche nach seinen dreckigen Leichen und tiefsten Geheimnissen.  Da dieses Unterfangen einen gewissen Aufwand beinhaltet, werden natürlich sämtliche Freundinnen mit involviert. Kurz gesagt. Diese, daraus resultierenden Geschichten sind unterhaltsam und wahnsinnig amüsant zugleich. Aber mit dem Wissen, dass auch Männer diesen Blog lesen, bin ich zum Schweigen verdammt. Dennoch werde ich den ein oder anderen Schwank aus dieser Zeit raus hauen. Und mein Blog? Ja, der bleibt bestehen. Ihr dürft gespannt sein.

 

See you later….

 

 

Advertisements

Entschuldigen Sie: Ist das das teuerste Hotel der Welt ? Wynn interessierts! #SinnCitymeetsSinCity

Hinterlasse einen Kommentar Standard

Einsamkeit, Abgeschiedenheit bis hin zur völligen Isolation. Diese Wörter treffen meine Lage wohl am Besten und daher auch die Funkstille meinerseits. Wenn ihr nun denkt, ich schreibe über die Wüstengegend rund um Las Vegas, dann habt ihr euch geschnitten! Da hat man nämlich, im Gegensatz zu meiner Wohnung, WLAN in Hülle und Fülle. Sich WLAN zu beschaffen, sollte doch heutzutage kein Problem darstellen, gibt es schließlich einen Berufszweig, der allein diese Tätigkeit ausübt, um Technik-Nerds, wie meine Wenigkeit, aus der Not zu befreien. Leider gibt es hierbei ein erhebliches Problem. Sogenannte Techniker finden nie den Weg zur Klingel, jedoch wissen sie stets, wo der dazugehörige Briefkasten angebracht ist.  Der wird nämlich immer dringend benötigt, um nette Botschaften zu hinterlassen: “ Leider waren sie nicht anzutreffen, bitte wenden Sie sich erneut an ihren Anbieter, den sie leider telefonisch nicht erreichen werden, da dieser nur einen verkackten Live Chat anbietet. Da schlagen Sie sich  ca. 2-3 Stunden durch, bis Sie einen erneuten Termin in trölf Monaten bekommen, um dieses aberwitzige Spiel erneut spielen zu dürfen“. Okay, ich gebe zu, so stand es nicht ganz auf meinem Kärtchen, aber das würde die Prozedur am Besten beschreiben.  Wer will schon vereisen oder seine freien Tage sinnvoll nutzen, wenn man seinen Jahresurlaub mit Warten verbringen kann.   Wie die Geschichte letztendlich ausgeht, ist noch ungewiss. Den heutigen und längst überfälligen Eintrag, verfasse ich ganz Old School vom Internetcafé aus.

friendship,

Sich an diese Stadt zurück zu erinnern, ist alles andere als schwer. Mein erstes Erlebnis? Kurzzeitiger Verlust meines Sehvermögens, da so viele Lämpchen gleichzeitig leuchten (allein die Freemont Street Experience in der Altstadt wird von 12,5 Millionen Glühbirnen erhellt), dass daraus eine spontane Erblindung resultierte. Dazu erhält man an jeder Ecke eine kleine Live Performance, von Elvis Presley bis hin zu Michael Jackson. Thriller, in the Ghetto, so zu sagen. Die 31 Millionen Touristen, die jährlich diese Stadt aufsuchen, mögen ja vernünftig bespaßt werden. Willkommen in Las Vegas. Aber, bevor sich meine pfiffige Reisetruppe inklusive mir ins Getümmel stürzt, erstmal im Hotel einchecken. Apropos Hotel, in welches wurde ich überhaupt eingebucht? Besagte Buchung sowie sämtlich geplante Aktivitäten in Sin City wurden von meinen Freunden alias der Reisetruppe übernommen, damit mein bevorstehender 30igster Geburtstag eine Aneinanderreihung von Überraschungen wird. Toller Plan, als ob mein Herz nicht schon mit dem Alter zu kämpfen hätte, wird es nun auch noch durch regelmäßig Überraschungsattacken boykottiert. Wursti, Hauptsache mein Zimmer ist sauber und im Besitz einer Toilette. Kurz vor weg: Ich hatte eine eigene Toilette. Allein die Größe meiner „WC – Suite“ erinnerte mich an meine erste Studentenbude und wenn wir schon beim Maßstäbe setzen sind, dann beschreibe ich euch gleich noch, wie lang mein Gesicht wurde, als wir vor das berühmt berüchtigte Hotel Palazzo fuhren und mir ein Mitarbeiter aus dem Auto half. Es war nämlich genauso lang, wie der Geduldsfaden, den man für den  Wlan-Techniker benötigt.

palazzo

Aber zurück zu Steve. Steve? Ja, so hieß mein persönlicher Kofferboy, der mir die Autotür aufhielt und sich somit einen schwierigen Job ans Land zog. Reisen mit leichtem Gepäck, nicht mein Ding. Der gute alte Steve. Jeder sollte eigentlich einen Steve haben, um z. B. die Einkaufstüten hochzutragen oder um die Tür zu öffnen, wenn man wieder einmal versucht, 1000 Sachen gleichzeitig von A nach B zu transportieren, ganz nach dem Motto: „Der faule Esel schleppt sich zu Tode.“ Ich kann mir leider keinen Steve leisten,  aber mir bleibt ja noch die Möglichkeit der Eheschließung und die Hoffnung, dass mein  Zukünftiger alte Tugenden zwischen PS 4 und Tinder App nicht verloren hat. Ja, liebe Männer, es gibt leider noch keine Funktion auf eurem  PlayStation-Joystick, um der Frau in den Mantel zu helfen oder ihr die Tür aufzuhalten.

reisetruppe

Nachdem Steve unsere Koffer sicher in die jeweiligen Zimmer verstaut hatte, ist mir das Ausmaß meines Zimmers bewusst geworden. Meine Freunde hatten mich in eine Junior Suite inklusive King Size Bett mit einem Panoramablick über Las Vegas einquartiert. I know, ich habe die geilsten Freunde der Welt und am liebsten würde ich einfach den gesamten Aufenthalt in meinem pompösen Bad verbringen. Kaum war ich mit diesem Gedanken fertig, stand schon Sightseeing an. Bei 42° kann man sich durchaus etwas Schöneres vorstellen, aber in Las Vegas bewegt man sich durch Hotel Hopping fort. Ganze 16 von 20 der größten Hotels weltweit befinden sich genau hier. Das Größte und das Teuerste mittendrin. Das MGM Hotel mit aberwitzigen 5000 Betten und das Wynn, das für rund 2,1 Milliarden € erbaut wurde.  Wynn sieht aus wie Wayne, wozu mir einfällt: Wayne interessiert das Geld schon? Gönn dir, Vegas, gönn´ dir. Diese Hotels inklusive Nachbauten von weltbekannten Sehenswürdigkeiten, wie Venedig, der Eiffelturm oder Rom, kann man nicht in Worte fassen. Es ist die Detailtreue, die einen ins Staunen versetzt und mich letztendlich viel Geld sparen läßt, da ich diese Orte nun nicht mehr bereisen brauche. Außer Paris, da habe ich definitiv noch eine persönliche Challenge am Eiffelturm. Dazu mehr, wenn es soweit ist. Es wird wirklich witzig und fantastisch zu gleich.

Las Vegas

Lange Rede, kurzer Sinn. Die legendäre Sin City muss einfach erlebt und die einzigartigen Eindrücke selbst gespürt werden. Zumal Las Vegas eine von zwei Städten in den USA ist, in der man heiraten kann. Quatsch! Spielen darf man da, wie ein Gestörter. Dazu bringt man noch ein Funken Glück mit, wie der 25 jährige Ingenieur aus Los Angeles, und erfreut sich über ein kleines Taschengeld in Höhe von 39.713.982,25 Dollar. Mythos? Nein, leider nicht, das ist wirklich passiert. Diese Gewinnausschüttung ereignete sich 2001 und gilt als höchste bisher dagewesene Ausschüttung in der Geschichte von Vegas. Vorweg, ich konnte die Ausschüttung nicht toppen. Ich habe es versucht und bin kläglich gescheitert. Gescheitert daran, dass ich überhaupt einen Sitzplatz an einem Roulette Tisch bekommen habe. Trotz meines deutschen Pass, dem 0,0 Glauben geschenkt wurde, war es mir Anfangs nicht möglich zu beweisen, dass ich wirklich schon 29 -fast 30- Jahre alt bin. Ich nehme es den Sicherheitsbeamten nicht übel, kann es ja selbst kaum glauben, dass ich in wenigen Stunden der Ü 30 Gesellschaft angehöre. Nachdem mein Bester mir ein 0,3 Liter Bier für mickrige 18 Dollar besorgte, saß ich da und beobachtete das Spielgeschehen. An diesem Abend hatten eine Hand voll Menschen Glück, ein Dutzend eine unterhaltsame Nacht, viele Existenzen wurden in wenigen Minuten zerbrochen und eine Persönlichkeit ärgerte sich noch immer über den verkackten Preis des Bieres. Ein wahrhaftiger Teufelskreis, dieses Roulette.

Aber wie heißt es so schön, neuer Tag – neues Glück! Mit dieser Erkenntnis legte ich mich in mein King Size Bett, schaute aus meinem Panoramafenster auf die Stadt und lies mich mal kräftig am A… lecken. und lies den ersten Tag elegant ausklingen.

See you later….

Warum liegen hier Autoreifen rum ? Warum trägt hier niemand eine Maske ? Und wo ist der Elektriker ?

Hinterlasse einen Kommentar Standard

Ja hoppala, wer hat denn da seinen Blog ein wenig vernachlässigt ?! Ich bekenne mich schuldig und möchte zu meiner Verteidigung sagen, es war Sommer und ich habe es bevorzugt in der Sonne zu liegen, im Biergarten zu sitzen und in der Isar zu schwimmen. Es war grandios, aber noch grandioser war die Reise nach Las Vegas. Ich werde den Trip wohl nie vergessen, aber von vorne: Wie bekannt, ging es von New York nach Phoenix. In Phoenix angekommen, hieß es Road Trip. Jeder kennt wohl diese Szenen aus Film und Fernseher: Junge Truppen begeben sich auf Abenteuerreise und erkunden das Land mit dem Auto. Es ist 45 Grad und jeder schwitzt sich einen Wolf, niemand hat Verbindung mit seinem Handy und urplötzlich geht genau in der Wüste der Sprit aus. Genauso war es bei uns nicht.

13256032_10205157135163101_6646808200999761561_n

Es waren zwar 45 Grad, aber wir hatten eine super Klimaanlage, ständigen Kontakt zu Facebook & Co und der Sprit ging uns auch nicht aus. Das gute alte Benzin im schönen Amerika. So günstig wie bei uns das Wasser. Was es mit Wasser noch gemeinsam hat ? Es verdampft beim Anlassen eines Dodge Pick-Up genauso schnell wie Wasser auf einem 50 Grad heißen Stein. Was sind da schon gefühlte 35 Liter auf 100 km. Ich muss zugeben, nach diesem „Erlebnis“ sehe ich meine schöne grüne Plakette auf meinem Mini mit anderen Augen bzw. muss ich leider das Vorhaben der BRD, ab 2030 nur noch Elektrofahrzeuge als Neuzulassung frei zugeben,  ein wenig belächeln. Versteht mich nicht falsch, ich bin für den Klimaschutz, aber mir erscheint es ein wenig unausgewogen. Egal, zurück zu unserem Trip.

Da wir die Strecke von 529 Meilen nicht an einem Stück fahren konnten bzw. wollten, legten wir zu nächst einen Zwischenstop in Tucson, AZ ein. Jetzt kommt der Moment. Ich bin ganz aufgeregt. Meine Damen und Herren, ich habe offiziell den Arsch der Welt gefunden. Sorry Tucson, du bist an sich ein nettes Städtchen und das zweitgrößte in Arizona aber, wie gesagt, du liegst definitiv im Nirgendwo und mit dir zahlreiche Schlangen und Echsen. Unser erstes Ziel war Mount Lemmon. Nun können wir nämlich mit Stolz behaupten, wir haben den Arsch der Welt auch von oben gesehen, um genau zu sein aus 2.791 m Höhe. Der Name Tucson stammte übrigens von den Indianern ab und bedeutet nicht, wie von mir gedacht, wo du in der Sonne schmorst oder wo das Wasser so mangelhaft ist wie Deo bei einem 12-Jährigen. Nein, Tucson heißt übersetzt: Am Fuß des schwarzen Berges. Gibt auch Sinn. Der Ausblick war auf jeden Fall sagenhaft und die Landschaft einzigartig.

13233134_1710870985844346_7020380541338233651_n

Nachdem wir alles erkundet und besichtigt haben, ging es in die City, die sich als sehr flächig herausstellte. Ich erkläre: Tucson hat 520.116 Einwohner auf 505,3 km². Zum Vergleich. München hat 1.450.381 auf 310,7 km². Nachbarschaftsprobleme fehl am Platz, wahrscheinlich kennt man hier das Wort Nachbar nicht einmal. Auch die Parkplatzsuche fiel hier weg. Man hat ja schließlich 505,3 km² zur Verfügung. Das schnelle und bequem Parken war übrigens ein wahrer Segen, denn was Tucson definitiv zu bieten hat, ist eine super Auswahl an Shopping Möglichkeiten. Von Viktoria Secret bis Calvin Klein ist hier alles zu finden und das in Form von OUTLET Centern. OUTLET, Leute, OUTLET. Die Erinnerung an diesen Tag ist ein wenig verblast. Alles was mir blieb waren die Töne meiner Kreditkarte und das gelangweilte Gestöhne meines besten Freundes. Sebastian, du hast dich super geschlagen und darfst ab sofort immer bei diversen Einkaufstouren meine Begleitung sein. Yeaaah.

tlc0090

Nachdem wir uns ausgiebig mit sämtlichen Outlet Angeboten auseinander gesetzt haben und hierbei steht das Wort Auseinandersetzung für wahlloses Einkaufen, ging es zur Nahrungsaufnahme. Vorab: Ich liebe Fleisch in allen Formen und Farben und die USA ist für diese Vorliebe ein reinstes Paradies. Sollte man dennoch Gelüste auf Obst und Gemüse haben, dann muss man tief, sehr, sehr tief in die Tasche greifen. Genauer gesagt kostet ein bisschen Brokkoli  ganze 5.00 $. Im Vergleich: Für 10 Chicken Nuggets zahlt man gerade mal  1.99 $. Eine „ausgeklügelte“ Preisphilosophie mit riesen Auswirkungen, meiner Meinung nach. Bei dieser Preisspanne zwischen gesunden Lebensmitteln und Fast Food ist es kein Wunder, warum viele Menschen übergewichtig sind bzw. werden und dementsprechend mit den Folgen in Form von Diabetes, Herz- Kreislauferkrankungen etc. pp. letztendlich noch mehr Geld kosten als ein Brokkoli. Grundvoraussetzung, besagte übergewichtige Menschen sind überhaupt krankenversichert. Ein Teufelskreis. Das wäre doch ein super Wahlspruch. I want broccoli for USA.  Ich sollte eindeutig Präsidentin werden.

Bevor ich jedoch dieses Projekt angehe, wird erst mal Projekt Las Vegas in Angriff genommen. Die Koffer wieder gepackt und das Auto voll getankt (für umgerechnet 30 € oder 7 x Brokkoli), machte sich die lustige und pfiffige Reisetruppe auf nach Nevada.  413 Meilen ca. 665 km quer durch die Wüste. Das Erste, dass ich mir dachte, als ich die Straßen bzw. den Highway sah, war: Warum liegt hier alles voller zerrissener Autoreifen? Fehlt ja nur noch ein Elektriker mit Maske. Kopfkino. Also warum nun diese Autoreifen? Die Frage wurde mir sofort von unserem US Guide und Ehemann meiner Besten, der ein waschechter Amerikaner ist, erklärt:“Ach, das sind zerplatze Autoreifen. Die platzen hier aufgrund der Hitze, wie Luftballons auf einem Kindergeburtstag.“  Sehr beruhigend diese Antwort. NICHT. Aber vorab, wir sind sicher und wohlbehütet in Las Vegas gelandet. 8 Stunden , 3 Stops bei diversen Fast Food ketten und unzählige Pinkelpausen später, sahen wir Las Vegas von Weitem aus der Wüste ragen. Ein toller Anblick. Er war so grandios, dass ich natürlich kein Foto davon habe, weil ich mit Glotzen beschäftigt war.  Sorry.

Dann war es soweit: Sinn City meets Sin City. Eine besser Kulisse würde es für meine anstehende 30igste Geburtstagssause, die in zwei Tagen anstand,  wohl nicht geben. Meine was? Ich weiß, ist echt kacke. Ich werde tatsächlich 30 und ich habe alle beknackten Sprüche, Kommentare und Sticheleien dazu 1000 x mal gehört. Ja und? Ich bin dann unverheiratet, kinderlos und 30. Das ist auf jeden Fall besser, als 16, schwanger  zu sein und einen Freund namens Kevin zu haben. Bevor ich mich kopfüber in die 30 stürze, schmetter ich euch noch mein Resumé für Tucson, AZ hin und genieße noch 2 Tage mit meiner geliebten 29.

Fortsetzung folgt…

Freizeitangebot: ♥♥♥

Gastronomie  : ♥♥

berufliche Perspektiven: ♥

Lebenskosten: ♥♥♥

Besonderheiten: ♥♥♥♥♥ (Wohnort meiner Besten)

Menschen: ♥♥♥

Eine Geschichte über Erfolg, Glückseligkeit und Bullenklöten

Hinterlasse einen Kommentar Standard

Logbuch: New York, Stunde 50, es ist ein sonniger Tag, der Geldbeutel ist leer und uns verbleiben noch 12 Stunden, bis unser nächster Flieger Richtung Westen startet. Wir waren am Time Square und haben unsere Kreditkarten zum Glühen gebracht, waren im Central Park und haben uns fast verlaufen, waren im Macy´s und haben uns mit der legendären Holzrolltreppe transportieren lassen.

IMG_3409

Last but no least, habe ich  noch einen Bullen an die Klöten gelangt. Was habe ich? Wenn manche nun denken, dass ich einem Police Officer an sein bestes Stück gelangt habe und schreiend weg gelaufen bin, dann ist nur Eines entgegenzubringen. Schmutzig und nein, habe ich nicht. Bei dem Bullen handelt es sich, um den Charging Bull, auch bekannt als Wall Street Bull und er soll Männlichkeit und Mut verkörpern. Er steht, wie der Name schon verrät, in der Wall Street. Ursprünglich stellte er Straßenkunst dar, aber der Schaffer Arturo Di Modica wollte damit etwas ganz anderes ausdrücken: Diese Bronzestatue soll ein Symbol dafür sein, dass man, egal woher man stammt, egal welche Nationalität oder egal welche Herkunft, durch Entschlossenheit und harter Arbeit erfolgreich werden kann. Wirklich very nice, warum er aber unbedingt Männlichkeit ausdrücken muss, ist für mich, eine Frau, natürlich ein wenig unbegreiflich. Wissen wir doch alle, dass auch Frau durchaus sehr erfolgreich sein kann. Das dachten sich bestimmt so einige Frauen und führten diese witzige Tradition ein. Wer besagten Bullen an die Klöten langt, wird erfolgreich und hat lebenslang Glück. Kurz vorab: Ich und geschätzte weiteren Trillionen Menschen werden sehr viel Erfolg und  lebenslang Glück haben. Woher ich das weiß ? Das haben mir dir extrem abgenutzten Klöten verraten. Nicht auszumalen wie dieser Bulle enden wird. Männlichkeit au revoir !

IMG_3454

Eine halbe Stunde später und Richtung Up Town stand ich vor dem nächsten atemberaubenden Building. Die Überleitung gestaltet sich gerade etwas tricky. Wie gelingt es mir von einem Bullen mit gewissen Männlichkeitsproblemen, zu dem Trump Tower zu schwenken und dabei politisch korrekt zu bleiben? Um ehrlich zu sein, gar nicht. Im Gegenteil, ich finde es zum Brüllen. Zurück zum Tower. Er befindet sich in Manhattan und ist stolze 202 Meter hoch. Die Fassade ist in einem Bronzeton gehalten. Wie erinnern uns zurück, Bronzestatue mit abgewetzten Gemächt. Immer noch zum Brüllen. Aber ich muss zugeben, dass Gebäude hat etwas einzigartiges und wunderschönes. Was es ist? Es steht direkt neben dem historischen Juweliergeschäft „Tiffany“. Sorry, aber es lautet schließlich: Diamonds are the girls best friend und nicht Bronze. Nachdem ich mir ausgiebig die Nase an den Schaufenster platt gedrückt habe, überlegte ich mir, wie ich schnellstmöglich an Geld gelangen könnte, um mich bei Tiffany stilgerecht einzudecken. Ein Gedanke, ein Wort. Glücksspiel! Wie der Zufall so will, hebt ja in wenigen Stunden mein nächster Flieger Richtung Westen ab. Okay, es geht nicht nach Las Vegas, NOCH nicht, sondern erstmal nach Phoenix. In wenigen Stunden ? Genau dieser Zustand veranlasste mich, ein wenig in Stress auszubrechen. Warum? 1. Ich leide an dem typischen Organisationsproblem – Syndrom bis ich ein Zeitproblem – Syndrom erlange und 2. Ich muss schon wieder fliegen. Aber erstmal zum Flughafen gelangen, ohne einen Kredit aufgrund der Taxipreise aufzunehmen, in eine Schuldenfalle zu stürzen und letztendlich bei Zwegat und seiner Flipchart zu landen. Nach ausgiebiger Recherche, blieb nur noch eine kostengünstige Alternative, um an den Flughafen zu kommen. Bustransfer. Dieses Wort ist übrigens der kleine Bruder von Geiselnahme. Das Einzige, was auf dieser Fahrt noch unangenehmer war, als der verschwitzte Fahrer vor mir, war der bedenkenswerte Zustand des Lenkrades. Mit der Spureinstellung eines Busses nimmt man es hier anscheinend nicht so genau. So wundert es mich nicht, dass der Fahrer von spontanen, monsunartigen  Schweißausbrüchen heimgesucht wurde, während er versuchte, den Bus irgendwie um eine Kurve zubekommen. Hier kam es eindeutig zu Gute, dass die Bremsen, sagen wir mal, suboptimal waren und so wurde ich Zeuge eines physikalischen Wunders aus Geschwindigkeit, Rotation und Schwerkraft. It´s magic.  Naja, dafür war es günstig und irgendeinen Tot stirbt man bekanntlich immer.

IMG_3388

Apropos Sterben. Der nächste Transfer wird für mich nicht angenehmer, steht ja der 5,5 stündige Flug nach Phoenix an. Nachdem der Sicherheitscheck mit Bravour gemeistert  und ein aberwitziges Sandwich für 18 Dollar verspeist wurde, lies ich die letzten Tage nochmal Revue passieren. Ich habe soviel unterschiedliche Eindrücke erlebt, dass es kaum in Worte zu fassen ist. New York muss man einfach erleben. Die Stadt, die Atmosphäre und die Menschen. Oh Gott, die Menschen. Unterschiedlicher kann ein Menschenschlag nicht sein. Auf der einen Seite, muss man sich von gewissen Taschendieben in Acht nehmen und sollte es tunlichst vermeiden,  nachts im Central Park herum zu stampfen, auf der anderen Seite erlangt man sofortige Hilfe, wenn man fragend in der Subway steht und nicht genau weiß, welches Ticket man ziehen soll. An dieser Stelle nochmal ein großes DANKE an den 70ig – Jährigen New Yorker namens Kurt, der, wie sich herausstellte, gebürtig aus Erlangen kommt. Diese Franken – eine reinste Heuschreckenplage.

Boarding. Einmal tief durchatmen, Augen zu und durch, wie schlimm kann es schon werden. Ach ja, ich habe ein Sitzplatz in letzter Reihe „ergattert“. Ich Glückspilz. So werden wenigstens meine Ängste und Gedanken von der ständigen Geräuschkulisse der Passagierstoilette übertönt. #positivdenkenkannich. Was jetzt noch fehlt ? Genau, mein Resumé. Mit der Skyline vor Augen, ist das ein leichtes.

Freizeitangebot: ♥♥♥♥♥

Gastronomie  : ♥♥♥♥

berufliche Perspektiven: ♥

Lebenskosten: -♥

Besonderheiten: ♥♥♥♥♥

Menschen: ♥♥♥♥♥

Next stop, Phoenix. Endlich Wärme und Sonne. Ich freu mich drauf.

Eine Stadt und ihr schreckliches Schicksal

Hinterlasse einen Kommentar Standard

Im Hausflur kam mir der Geruch von Essen entgegen. Ich kam gerade von der Schule nach Hause. Meine Mum wartete schon mit Spinat, Spiegelei und Stampf auf mich. Während sie alles liebevoll auf den Teller drapierte, erzählte ich ihr von meinem, für mich, anstrengenden Tag. Ich bin 15. Voll mit irgendwelchen Hormonen, Problemen, die unüberwindbar erscheinen und das Schlimmste, es war gerade erst Dienstag. Ich mag keine Dienstage. Ich korrigiere mich. Ich hasse sie. Zum einen lag bis zum Wochenende die Hälfte an Woche noch vor mir, zum anderen muss ich gleich zur Englisch Nachhilfe. Würg. Naja, ein Stündchen zum Chillen hatte ich noch. Also, schnell ab zum Sport. Scherz, wie gesagt, ich bin 15 und bevorzuge eher Nutellagläser gepaart mit TV. Glas auf, Fernseher an und da waren sie: Unerwartet, unbegreiflich und unvorstellbar. Auf jedem Sender der gleiche grausame Anblick. Es ist nicht irgendein Dienstag. Heute schreiben wir den 11.09.2001. Es ist genau 10 Minuten her, als der Flug AA 11 in den Nordturm des World Trade Centers in New York einschlug. Wie konnte das bloß passieren ? Es kann nur ein furchtbarer Unfall sein. Weitere sieben Minuten später wurden wir eines Besseren belehrt. Flug UA 175 schlägt in den Südturm ein und wir alle wurden zu Zeugen. Wir ? Ja, wir. Es war eindeutig ein Anschlag. Nicht nur Anschlag gegen New York, nicht nur gegen die USA, es war ein Terrorakt gegen die gesamte westliche Welt. Es traf Amerika direkt im Herzen und es sollte nichts mehr so sein, wie es einmal war.

im Herzen von NY

Diese Bilder brannten sich in unsere Köpfe. Das Wahrzeichen von New York stand lichterloh in Flammen. Überall tapfere Feuerwehrmänner, die alles gaben, um die Katastrophe in den Griff zu bekommen. Panische Menschen, etwa 200, die sich aus den obersten Fenstern der Türme in den Abgrund stürzten, weil sie keinen anderen Ausweg fanden, als jenen. 9.59 Uhr Ortszeit gab der Südturm nach. 10.28 Uhr folgte ihm der Nordturm. New York wurde von einem grauen Schleier, bestehend aus Staub, Rus und Geröll umschlungen. Die Twins, bestehend aus unglaublichen 200.000 Tonnen Stahl und 325.000 m3 Beton, waren dem Erdboden gleich. Schlimmer, an diesem Tag verloren 2.992 Menschen ihr Leben, darunter 127 Passagiere, 18 Besatzungsmitglieder, 343 Feuerwehrleute, 60 Polizisten und acht Sanitäter. 2.992 Familien wurden zerrissen, 2.992 Partner verloren ihren Mann oder ihre Frau und 2.992 beste Freunde waren plötzlich ohne.

wtr1

Es sind knappe 15 Jahre vergangen und nun sitze ich mit meiner Besten am Memorial Place. So heißt der Platz heute, an dem früher diese gewaltigen Türme in den Himmel ragten. Bevor wir die Fundamente der Twins am Ground Zero aufsuchten, ging es zunächst zu einem anderen Turm. Der Freedom Tower, auch bekannt, als das One World Trade Center, war die amerikanische Antwort auf 9/11. Es ist das höchste Gebäude der Vereinigten Staaten und das Vierthöchste der Welt. Genauer gesagt ist der Tower 1776 Fuß hoch. Diese Höhe entstand nicht aus reinem Zufall. Sie symbolisiert das Jahr der Unabhängigkeitserklärung. Für die Einen ist dieses Gebäude eine architektonische Meisterleistung, für Andere der wohl größte nach Osten gerichtete Mittelfinger auf Erden. Vor allem Nachts sticht der Freedom Tower durch seine bewusst gewählte, grelle Beleuchtung aus der Skyline von New York heraus. Egal wie, er ist ein Mahnmal und eine Erinnerung, die niemals vergessen werden darf.

OWTC

Seitdem 29.05.2015 ist dieser Turm, besser gesagt, die gewaltige Plattform offiziell für jeden zugänglich. Alles, was man für die Erklimmung des Turmes benötigt, ist das nötige Kleingeld für den Eintritt sowie für ein evtl. Kaltgetränk on the top. Tipp: Nehmt viel Kleingeld mit. Böse Zungen würden behaupten, 18 Dollar für ein Heineken, ist Wucher. Aber eins verspreche ich euch: Jeder Dollar ist es wert. Ich möchte nicht zu viel verraten, da es jeder selbst einmal erleben sollte. So viel sei euch gesagt, es erwarten euch einige Specials. Überwältigt vom einmaligen Ausblick, traten wir nach ca. zwei Stunden wieder den „Abstieg“ in Form eines Aufzugs an. 1776 Fuß in 60 Sekunden ist nicht jedermanns Sache, aber was hatten wir zu verlieren. Ach ja, unser jeweils 18 Dollar Bier.

IMG_3489

Unten angekommen, ging es zu dem Ort, an dem das Unglück geschah. Es war ein komisches, wenn nicht sogar beklemmendes Gefühl. Da waren sie direkt vor uns, die „Fußabdrücke“ der Zwillingstürme. Man muss sich zwei gewaltige Wasserbecken in Form von Vierecken vorstellen. Jedes Becken hat in der Mitte ein schwarzes Loch. Hier fällt das Wasser neun Meter in die Tiefe. Diese zwei Gedenkstätten zählen, als größte jemals von Menschenhand erbauten Wasserfälle. Umrandet werden sie jeweils von einem Kumpferrand, in jenem alle Namen der Opfer verankert wurden. Lediglich auf die Namen der Attentäter wurde verzichtet. Vereinzelt stecken frische Rosen zwischen den Namen. Man hat hier nicht nur einen Ort des  allgemeinen Gedenkens geschaffen, sondern auch den Hinterbliebenen die Möglichkeit gegeben, seinen Lieben nahe zu sein.

Ground Zero

Der 11. September 2001 ging in die Geschichtsbücher ein, damit diese Tat niemals vergessen wird. Ground Zero, ein Ort, der einem vor Augen führt, was Hass anrichten kann, wie dumm die Menschen sein können und wie wertvoll das eigene Leben ist. Noch immer kreisten die Bilder in meinem Kopf und der Geruch von Spinat lag mir in der Nase. Ich und so viele andere Menschen werden diesen Tag wohl niemals vergessen. Aber, wie sagte Bundespräsident Rau damals sehr treffend: „Wir dürfen uns von niemandem dazu verleiten lassen, ganze Religionen oder ganze Völker oder ganze Kulturen als schuldig zu verdammen.“   Mit diesen gemischten Gefühlen machten wir uns wieder auf dem Weg. New York, was kommt als nächstes ?

New York, New York wir fahren nach New York !

Hinterlasse einen Kommentar Standard

 New York! Was fällt mir zu dieser Stadt als erstes ein ? Um ehrlich zu sein: So einiges. Diese Stadt begleitet mich seit Jahren, wenn nicht sogar Jahrzehnten und zwar in Form von der legendären Serie “ Sex and the City“. Sorry, ich bin mit dieser Serie groß geworden und aufgrund dessen wurde mindestens über 10 Jahre lang einmal die Woche zu meinen Freundinnen gesagt: „Irgendwann müssen wir nach New York City!“  Es mag vielleicht etwas klischeehaft klingen und mir ist auch bewusst, dass dieser Satz nicht nur in unserem Kreise gefallen ist, aber ist mir wursti. Ich muss mindestens einmal in meinen Leben auf der Brooklyn Bridge stehen und die Szene von Miranda und Steve nachspielen, einmal Nachmittags mit meinen Freundinnen in einem Kaffee sitzen, total overdressed und stilgerecht Champagner schlürfen und mindestens einmal in einem wunderschönen, mädchenhaften Kleid einem Taxi hinterher brüllen, so laut, dass jeder Bauarbeiter neidisch werden würde. Irgendwann, will ich das erleben. Irgendwann war jetzt.

Wilson Travelyst

Okay, der Masterplan, mit all´ meinen Chicas New York zu erobern, wies gewisse Lücken auf. Es wird wohl auch eine Lebensaufgabe werden, alle zu gleicher Zeit über den großen See zu bringen, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich nie.  Letztendlich eroberte ich die City mit meiner besten Freundin, mit meinem besten Freund und Wilson. Wenn ihr euch jetzt fragt, wer Wilson schon wieder ist, kurz eine Erläuterung: Wilson ist mein treuer Wegbegleiter. Meistens bin ich auf meinen Reisen alleine unterwegs und ja, ich brauche auch eine gewisse Aufmerksamkeit. So wurde Wilson ins Leben gerufen, der mir stets zur Seite steht. Darin ist er wirklich gut, hat er doch schon Tom Hanks in dem Film Cast Away die Stange gehalten und da ich mich ab und an auch verschollen fühle, ist er wie geschaffen für mich. Aber zurück zu New York City. Nach 8,5 Stunden Flugzeit standen wir endlich am Gepäckband in Newark und die Zeit lief ab jetzt. Uns bleiben genau 64 Stunden bis unsere nächster Flieger nach Phoenix startet. 64 Ministunden. Wir hatten einfach keine Zeit zu verlieren. So war es klar, dass wir auf gar keinen Fall mit dem Bus zu unserem Hostel Pod 39 fahren würden. Denn jeder weiß, dass ein Bustransfer zum Hotel einer Geiselnahme gleicht. Also brüllten wir ein Taxi herbei. Okay, wir stiegen einfach in eines der zahlreichen Taxen vor dem Flughafen ein, aber das mit dem Brüllen wird noch durchgezogen.

pod 39 - New York

Ich kann euch gar nicht mehr genau sagen, wie lang die Fahrt dauerte, aber an den Preis kann ich mich ganz genau erinnern. 88 $ waren mit dem Fahrer vereinbart. Was wir nicht wussten, zuzüglich Tax sowie sämtlichen Mautgebühren für Brücken, Tunnel, geteerte Straße ,what else für alles noch. Unterm Strich zahlten wir 113 $ für eine geschissen Taxifahrt. Könnt ihr auch den Skandal, der in der Luft liegt, riechen? Das ist eindeutig ein Fall für Metamathematik und Mr. X!  Ein Flug von Frankfurt nach New York (6202 km) kostet round about 400 €. Eine Taxifahrt vom Flughafen Newark zu meinem Hostel (28 km) umgerechnet 102 €. Logisches Fazit: X = 1,80 € ! Genau diese Summe werden ich dem Piloten das nächste Mal entgegen werfen mit der Aufforderungen, mich mit seinem Flieger zum Hostel zu fahren. Egal, getreu dem Motto, was kostet die Welt, ich nehme zwei, stand ich wenige Minuten später auf der hauseigenen Dachterassse und genoß den ersten Cocktail auf amerikanischen Boden. Dabei die Skyline vor Augen und fetzige Musik aus den 80igern im Ohr. Sorry, aber das lief definitiv unter  den Begriff „Leben genießen“.

new York city girls

Nach einer kurzen, aber erholsamen Nacht, begann die Erkundungsphase. Was hat New York alles zu bieten? One World Center, Big Apple, Central Park, Time Square, Grand Central Station, nicht zu vergessen die Manhattan und Brooklyn Bridge, da gab es ja noch  gewisses Date bzw. eine Szene nachzustellen. Die Liste war lang, also machten wir uns unverzüglich auf den Weg zum – Tommelwirbel- Shopping. #Prioritätensetzenkannich. An dieser Stelle möchte ich auch gleich das Wort Zollfreibetrag in den Raum schmettern und gleichzeitig als mein Unwort des Jahres 2016 nominieren. Ganz genau beträgt der Zollfreibetrag 430 €. Lächerlich und reinste Schikane, aber das sollte man wissen, bevor man seine Kaufrauschtour beginnt. Mit einem Stadtplan bewaffnet, stürmten wir den Time Square und was soll ich sagen, er ist noch beeindruckender, als ich ihn mir vorgestellt hatte. Es ist eine reinste Reizüberflutung. Tausende Lichter, Musik aus allen Ecken, begleitet vom ständigen Taxigehupe, das zugegebener Maßen, der Stadt diesen Flair verleiht, gekrönt von den verschiedenen Menschen aus aller Herrenländern. Die Geschäfte reihen sich nur so aneinander und die kulinarischen Genüsse kommen hier auch nicht zu kurz. Hier findet man einfach alles. Ich bin mir sicher, wenn es  einen Nabel der Welt geben würde, dann wäre er eindeutig hier zu finden.

Wir liefen weiter gen Downtown. Um genau zu sein, war unser Ziel Lower Manhattan. Der südlichste Teil von besagter Insel. Unser Weg sollte uns durch die Stadtteile Little Italy und China Town führen. Warum sollte? Little Italy war so „little“, das wir es einfach nicht gefunden haben bzw. waren wir laut Karte da, aber wie gesagt es war einfach zu little. Dafür machte es China Town wieder wett. Soviel China habe ich auf so wenig Platz noch nie gesehen. Aber, jeder der mich kennt, weiß, dass ich mich pudelwohl gefühlt habe. Was soll ich sagen, ich bin eben ein Fan der asiatischen Kultur. Nachdem wir uns den Weg durch das gastfreundliche Völkchen gebahnt hatten, stand sie vor uns. Überwältigend war dieser Anblick und fragt mich nicht warum, aber ein gewisses Freiheitsgefühl kam auf. Nein, wir standen nicht vor der berühmten Liberty Statue sonder mitten zwischen Manhattan und Brooklyn Bridge.

manhattan meets broocklyn

New York, you made my day und das, war erst der Anfang…

 

Ready, steady, Gesichtsentgleisung !

Hinterlasse einen Kommentar Standard

Es war soweit: 21.05.2016, 4:35 Uhr, der Wecker schellte. Absolut unnötig, als ob ich jemals eine Sekunde schlafen hätte können. Warum? Zum Einen war es die Vorfreude auf meine Liebste, die ich nach einer gefühlten Ewigkeit endlich wieder in die Arme schließen durfte und die, wenn alles gut geht, in New York am Flughafen auf mich wartet. Zum Anderen, die nicht unbegründete Todesangst, jämmerlich mit dem Flieger auf dem Meer zu zerschellen, von Haien angefressen zu werden und für immer als verschollen zu gelten. Ja, ich bin immer noch ein Lappen, was das Fliegen betrifft und es war natürlich so klar, dass genau ein Tag vor meinem Abflug ein Flugzeugunglück passierte. Darüber wurde natürlich ausgiebig in sämtlichen Medien berichtet, was meine Lage nicht unbedingt besser machte. Ich gebe nun mal ungern etwas aus der Hand. In diesem Falle war es eben mein Leben. Zu meiner Verteidigung ist zu sagen: „Ich bin nicht der einzige Lappen in Deutschland.“ Genauer gesagt, ist laut einer Statistik jeder vierte Deutsche ein Fluglappen. Okay, man redet in der Medizin nicht von Fluglappen sondern von Aviophobie, aber das Resultat ist das Gleiche. Letztendlich musste ich dem Piloten einfach vertrauen. Wie viele Flugstunden hat er schon absolviert? Wie erfahren wird er wohl sein? Und wie schwierig ist es, seine Telefonnummer raus zubekommen, um mit ihm bei einem netten Pläuschchen die Flugroute zu besprechen und sich so gleich besser kennen zu lernen? Fazit: Es war zu schwierig.

himmel

Bevor aber die Supersause mit dem Flieger beginnen konnte, musste ich es erstmal bis zum Frankfurter Flughafen schaffen. Wie schon im letzten Bericht erwähnt, war die Anreise mit eigenem Auto ausgeschlossen, da mein Kofferraum einen Stauraum von maximal drei Schuhkartons hergibt. Vorausgesetzt, man hat eine maximale Schuhgröße von 37. So musste kurzerhand ein Leihwagen her, den man dann ganz bequem am Flughafen abstellen konnte. Voraussetzung hierfür,  man findet die Rückgabestelle. Gut, dass Frankfurt einen so kleinen Flughafen bietet, überschaulich obendrein – Nicht! Ich war kurz davor, diese Dreckskarre auf dem Rollfeld zu parken. Es war natürlich auch klar, dass ich es nicht auf die Reihe bekam, dieses Auto wieder vollgetankt zurück zu geben. Aber was sollte schon ein halber Tank Diesel kosten? Ich sage es euch! Ein Vermögen !!! Um genauer zu sein „angemessene“ 92 €! Da hätte ich auch gleich nach New York fahren können! Wusa, ich verschwendete keine Energie, um mich großartig aufzuregen, brauchte ich doch Diese, um meine Todesangst aufrecht zu halten.

Freiheit

30 Minuten später war mein Koffer aufgeben, der Sicherheitscheck wurde mit meinen 100 ml Behälter mit Bravour gemeistert und das richtige Gate war ausfindig gemacht. Jetzt hieß es nur noch 3,5 Stunden warten bis das Boarding beginnen konnte. Memo an mich: Zeitmanagement über-arbeiten. Zeit genug, nochmal sämtliche Freunde an zu schreiben, Facebook & Co zu checken und ach ja, ich musste ja standesgemäß mit meiner Anwesenheit bei den restlichen Passagieren Angst und Schrecken verbreiten. Was, wie immer mit meinem äußerlichen Erscheinungsbild ( Stressflecken und Schweißflecken sei Dank ) ein Klacks war. Dann näherte sich das Boarding! 10 Minuten! Ich war gerade dabei, mir meinen I Pod ins Ohr zu schmettern, um mich mit musikalischen Klängen selbst zu beruhigen, als das Unmögliche geschah. Vorab ist noch einmal zu erwähnen, ich stand kurz vor meinem ersten Langstreckenflug, alleine, ohne jeglichen Beistand und einen wichtigen ausschlaggebenden Punkt hatte ich nicht bedacht. Ich habe mit Abstand die besten Freunde dieser Welt, die sich anscheinend  in einem Punkt einig waren. Wir dürfen sie in dieser Lage nicht alleine lassen. So begann mein aufregender Trip mit einer (von vielen) Überraschungen. Darüber Schreiben, unmöglich. Die passende Worte zu finden, ausgeschlossen. Gut, dass es ein Video darüber gibt.

Ich möchte an dieser Stelle nochmals wiederholen: „Ihr Assis“! Wochenlang sah mir mein gesamter Freundeskreis dabei zu, wie ich mich zunehmend verrückt machte. Schaffe ich meine Anschlussflüge? Finde ich meine Gates? Komme ich überhaupt jemals an? Warum mache ich diesen Kack überhaupt? Um letztendlich mit meinem besten Freund Sebastian fliegen zu dürfen.

Jeder war informiert. Freunde, Familie bis hin zu meinem Reisebüro, das hinter meinem Rücken die gesamten Flüge für meinen Besten mit buchte. Flüge, Hotels sogar der Sitzplatz neben mir war für ihn reserviert. Es war einfach der Wahnsinn und ich kann mich glücklich schätzen, dass ich solche Freunde habe, aber ehrlich, ihr hättet mir einiges an Nerven ersparen können, deswegen ein erneutes und pfiffiges: Ihr Assis !!!!! Nun konnte die Reise endlich beginnen. Noch ganz durcheinander und aufgeregt, ein reines Wechselbad der Gefühle, nahmen wir unsere Plätze ein. Ich wurde ruhiger, da ich jetzt wusste, rechts neben mir einen seelischen Beistand zu finden. Beistand! Paahhhh! Wenn ich mich nicht in seinen Arm gekrallt hätte, hätte er den Start fast verschlafen. Wie kann man  innerhalb von zwei Minuten in einen komatösen Schlaf verfallen. Das ist wohl so ein Männerphänomen. Egal, ich war wirklich froh ihn bei mir zu haben. Es vergingen keine zwölf Minuten, da beschloss ich meiner noch auf sich wartenden Tiefenentspanntheit in Form von harter Pharmazie nachzuhelfen. Yeaahh! Jeder kann sich nun denken was folgte. Genau! Ich „folg“ mit dem Flieger um die Wette. Vier Mahlzeiten, zahlreiche Folgen von „How I meet your Mother“ und dem ein oder anderen Gläschen Vino, der übrigens vorzüglich zu meinen „Spaßmachern“ passte (zur Nachahmung ist ausdrücklich abzuraten) später, steckten wir schon mitten im Landeanflug.

NEW York Da war sie. Die berühmt berüchtigte Skyline von New York. Freude stieg auf. In wenigen Minuten werde ich nicht nur in der aufregendsten Stadt der Welt stehen, sondern mich erwartete hier noch meine Beste. USA Trip mit meinen zwei Besten sozusagen. Manchmal kann ich mein Glück selbst nicht fassen. Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, das war erst der Auftakt. Was wir alles erlebten, ihr dürft wirklich gespannt sein.