Warum liegen hier Autoreifen rum ? Warum trägt hier niemand eine Maske ? Und wo ist der Elektriker ?

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Ja hoppala, wer hat denn da seinen Blog ein wenig vernachlässigt ?! Ich bekenne mich schuldig und möchte zu meiner Verteidigung sagen, es war Sommer und ich habe es bevorzugt in der Sonne zu liegen, im Biergarten zu sitzen und in der Isar zu schwimmen. Es war grandios, aber noch grandioser war die Reise nach Las Vegas. Ich werde den Trip wohl nie vergessen, aber von vorne: Wie bekannt, ging es von New York nach Phoenix. In Phoenix angekommen, hieß es Road Trip. Jeder kennt wohl diese Szenen aus Film und Fernseher: Junge Truppen begeben sich auf Abenteuerreise und erkunden das Land mit dem Auto. Es ist 45 Grad und jeder schwitzt sich einen Wolf, niemand hat Verbindung mit seinem Handy und urplötzlich geht genau in der Wüste der Sprit aus. Genauso war es bei uns nicht.

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Es waren zwar 45 Grad, aber wir hatten eine super Klimaanlage, ständigen Kontakt zu Facebook & Co und der Sprit ging uns auch nicht aus. Das gute alte Benzin im schönen Amerika. So günstig wie bei uns das Wasser. Was es mit Wasser noch gemeinsam hat ? Es verdampft beim Anlassen eines Dodge Pick-Up genauso schnell wie Wasser auf einem 50 Grad heißen Stein. Was sind da schon gefühlte 35 Liter auf 100 km. Ich muss zugeben, nach diesem „Erlebnis“ sehe ich meine schöne grüne Plakette auf meinem Mini mit anderen Augen bzw. muss ich leider das Vorhaben der BRD, ab 2030 nur noch Elektrofahrzeuge als Neuzulassung frei zugeben,  ein wenig belächeln. Versteht mich nicht falsch, ich bin für den Klimaschutz, aber mir erscheint es ein wenig unausgewogen. Egal, zurück zu unserem Trip.

Da wir die Strecke von 529 Meilen nicht an einem Stück fahren konnten bzw. wollten, legten wir zu nächst einen Zwischenstop in Tucson, AZ ein. Jetzt kommt der Moment. Ich bin ganz aufgeregt. Meine Damen und Herren, ich habe offiziell den Arsch der Welt gefunden. Sorry Tucson, du bist an sich ein nettes Städtchen und das zweitgrößte in Arizona aber, wie gesagt, du liegst definitiv im Nirgendwo und mit dir zahlreiche Schlangen und Echsen. Unser erstes Ziel war Mount Lemmon. Nun können wir nämlich mit Stolz behaupten, wir haben den Arsch der Welt auch von oben gesehen, um genau zu sein aus 2.791 m Höhe. Der Name Tucson stammte übrigens von den Indianern ab und bedeutet nicht, wie von mir gedacht, wo du in der Sonne schmorst oder wo das Wasser so mangelhaft ist wie Deo bei einem 12-Jährigen. Nein, Tucson heißt übersetzt: Am Fuß des schwarzen Berges. Gibt auch Sinn. Der Ausblick war auf jeden Fall sagenhaft und die Landschaft einzigartig.

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Nachdem wir alles erkundet und besichtigt haben, ging es in die City, die sich als sehr flächig herausstellte. Ich erkläre: Tucson hat 520.116 Einwohner auf 505,3 km². Zum Vergleich. München hat 1.450.381 auf 310,7 km². Nachbarschaftsprobleme fehl am Platz, wahrscheinlich kennt man hier das Wort Nachbar nicht einmal. Auch die Parkplatzsuche fiel hier weg. Man hat ja schließlich 505,3 km² zur Verfügung. Das schnelle und bequem Parken war übrigens ein wahrer Segen, denn was Tucson definitiv zu bieten hat, ist eine super Auswahl an Shopping Möglichkeiten. Von Viktoria Secret bis Calvin Klein ist hier alles zu finden und das in Form von OUTLET Centern. OUTLET, Leute, OUTLET. Die Erinnerung an diesen Tag ist ein wenig verblast. Alles was mir blieb waren die Töne meiner Kreditkarte und das gelangweilte Gestöhne meines besten Freundes. Sebastian, du hast dich super geschlagen und darfst ab sofort immer bei diversen Einkaufstouren meine Begleitung sein. Yeaaah.

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Nachdem wir uns ausgiebig mit sämtlichen Outlet Angeboten auseinander gesetzt haben und hierbei steht das Wort Auseinandersetzung für wahlloses Einkaufen, ging es zur Nahrungsaufnahme. Vorab: Ich liebe Fleisch in allen Formen und Farben und die USA ist für diese Vorliebe ein reinstes Paradies. Sollte man dennoch Gelüste auf Obst und Gemüse haben, dann muss man tief, sehr, sehr tief in die Tasche greifen. Genauer gesagt kostet ein bisschen Brokkoli  ganze 5.00 $. Im Vergleich: Für 10 Chicken Nuggets zahlt man gerade mal  1.99 $. Eine „ausgeklügelte“ Preisphilosophie mit riesen Auswirkungen, meiner Meinung nach. Bei dieser Preisspanne zwischen gesunden Lebensmitteln und Fast Food ist es kein Wunder, warum viele Menschen übergewichtig sind bzw. werden und dementsprechend mit den Folgen in Form von Diabetes, Herz- Kreislauferkrankungen etc. pp. letztendlich noch mehr Geld kosten als ein Brokkoli. Grundvoraussetzung, besagte übergewichtige Menschen sind überhaupt krankenversichert. Ein Teufelskreis. Das wäre doch ein super Wahlspruch. I want broccoli for USA.  Ich sollte eindeutig Präsidentin werden.

Bevor ich jedoch dieses Projekt angehe, wird erst mal Projekt Las Vegas in Angriff genommen. Die Koffer wieder gepackt und das Auto voll getankt (für umgerechnet 30 € oder 7 x Brokkoli), machte sich die lustige und pfiffige Reisetruppe auf nach Nevada.  413 Meilen ca. 665 km quer durch die Wüste. Das Erste, dass ich mir dachte, als ich die Straßen bzw. den Highway sah, war: Warum liegt hier alles voller zerrissener Autoreifen? Fehlt ja nur noch ein Elektriker mit Maske. Kopfkino. Also warum nun diese Autoreifen? Die Frage wurde mir sofort von unserem US Guide und Ehemann meiner Besten, der ein waschechter Amerikaner ist, erklärt:“Ach, das sind zerplatze Autoreifen. Die platzen hier aufgrund der Hitze, wie Luftballons auf einem Kindergeburtstag.“  Sehr beruhigend diese Antwort. NICHT. Aber vorab, wir sind sicher und wohlbehütet in Las Vegas gelandet. 8 Stunden , 3 Stops bei diversen Fast Food ketten und unzählige Pinkelpausen später, sahen wir Las Vegas von Weitem aus der Wüste ragen. Ein toller Anblick. Er war so grandios, dass ich natürlich kein Foto davon habe, weil ich mit Glotzen beschäftigt war.  Sorry.

Dann war es soweit: Sinn City meets Sin City. Eine besser Kulisse würde es für meine anstehende 30igste Geburtstagssause, die in zwei Tagen anstand,  wohl nicht geben. Meine was? Ich weiß, ist echt kacke. Ich werde tatsächlich 30 und ich habe alle beknackten Sprüche, Kommentare und Sticheleien dazu 1000 x mal gehört. Ja und? Ich bin dann unverheiratet, kinderlos und 30. Das ist auf jeden Fall besser, als 16, schwanger  zu sein und einen Freund namens Kevin zu haben. Bevor ich mich kopfüber in die 30 stürze, schmetter ich euch noch mein Resumé für Tucson, AZ hin und genieße noch 2 Tage mit meiner geliebten 29.

Fortsetzung folgt…

Freizeitangebot: ♥♥♥

Gastronomie  : ♥♥

berufliche Perspektiven: ♥

Lebenskosten: ♥♥♥

Besonderheiten: ♥♥♥♥♥ (Wohnort meiner Besten)

Menschen: ♥♥♥

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