Eine Geschichte über Erfolg, Glückseligkeit und Bullenklöten

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Logbuch: New York, Stunde 50, es ist ein sonniger Tag, der Geldbeutel ist leer und uns verbleiben noch 12 Stunden, bis unser nächster Flieger Richtung Westen startet. Wir waren am Time Square und haben unsere Kreditkarten zum Glühen gebracht, waren im Central Park und haben uns fast verlaufen, waren im Macy´s und haben uns mit der legendären Holzrolltreppe transportieren lassen.

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Last but no least, habe ich  noch einen Bullen an die Klöten gelangt. Was habe ich? Wenn manche nun denken, dass ich einem Police Officer an sein bestes Stück gelangt habe und schreiend weg gelaufen bin, dann ist nur Eines entgegenzubringen. Schmutzig und nein, habe ich nicht. Bei dem Bullen handelt es sich, um den Charging Bull, auch bekannt als Wall Street Bull und er soll Männlichkeit und Mut verkörpern. Er steht, wie der Name schon verrät, in der Wall Street. Ursprünglich stellte er Straßenkunst dar, aber der Schaffer Arturo Di Modica wollte damit etwas ganz anderes ausdrücken: Diese Bronzestatue soll ein Symbol dafür sein, dass man, egal woher man stammt, egal welche Nationalität oder egal welche Herkunft, durch Entschlossenheit und harter Arbeit erfolgreich werden kann. Wirklich very nice, warum er aber unbedingt Männlichkeit ausdrücken muss, ist für mich, eine Frau, natürlich ein wenig unbegreiflich. Wissen wir doch alle, dass auch Frau durchaus sehr erfolgreich sein kann. Das dachten sich bestimmt so einige Frauen und führten diese witzige Tradition ein. Wer besagten Bullen an die Klöten langt, wird erfolgreich und hat lebenslang Glück. Kurz vorab: Ich und geschätzte weiteren Trillionen Menschen werden sehr viel Erfolg und  lebenslang Glück haben. Woher ich das weiß ? Das haben mir dir extrem abgenutzten Klöten verraten. Nicht auszumalen wie dieser Bulle enden wird. Männlichkeit au revoir !

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Eine halbe Stunde später und Richtung Up Town stand ich vor dem nächsten atemberaubenden Building. Die Überleitung gestaltet sich gerade etwas tricky. Wie gelingt es mir von einem Bullen mit gewissen Männlichkeitsproblemen, zu dem Trump Tower zu schwenken und dabei politisch korrekt zu bleiben? Um ehrlich zu sein, gar nicht. Im Gegenteil, ich finde es zum Brüllen. Zurück zum Tower. Er befindet sich in Manhattan und ist stolze 202 Meter hoch. Die Fassade ist in einem Bronzeton gehalten. Wie erinnern uns zurück, Bronzestatue mit abgewetzten Gemächt. Immer noch zum Brüllen. Aber ich muss zugeben, dass Gebäude hat etwas einzigartiges und wunderschönes. Was es ist? Es steht direkt neben dem historischen Juweliergeschäft „Tiffany“. Sorry, aber es lautet schließlich: Diamonds are the girls best friend und nicht Bronze. Nachdem ich mir ausgiebig die Nase an den Schaufenster platt gedrückt habe, überlegte ich mir, wie ich schnellstmöglich an Geld gelangen könnte, um mich bei Tiffany stilgerecht einzudecken. Ein Gedanke, ein Wort. Glücksspiel! Wie der Zufall so will, hebt ja in wenigen Stunden mein nächster Flieger Richtung Westen ab. Okay, es geht nicht nach Las Vegas, NOCH nicht, sondern erstmal nach Phoenix. In wenigen Stunden ? Genau dieser Zustand veranlasste mich, ein wenig in Stress auszubrechen. Warum? 1. Ich leide an dem typischen Organisationsproblem – Syndrom bis ich ein Zeitproblem – Syndrom erlange und 2. Ich muss schon wieder fliegen. Aber erstmal zum Flughafen gelangen, ohne einen Kredit aufgrund der Taxipreise aufzunehmen, in eine Schuldenfalle zu stürzen und letztendlich bei Zwegat und seiner Flipchart zu landen. Nach ausgiebiger Recherche, blieb nur noch eine kostengünstige Alternative, um an den Flughafen zu kommen. Bustransfer. Dieses Wort ist übrigens der kleine Bruder von Geiselnahme. Das Einzige, was auf dieser Fahrt noch unangenehmer war, als der verschwitzte Fahrer vor mir, war der bedenkenswerte Zustand des Lenkrades. Mit der Spureinstellung eines Busses nimmt man es hier anscheinend nicht so genau. So wundert es mich nicht, dass der Fahrer von spontanen, monsunartigen  Schweißausbrüchen heimgesucht wurde, während er versuchte, den Bus irgendwie um eine Kurve zubekommen. Hier kam es eindeutig zu Gute, dass die Bremsen, sagen wir mal, suboptimal waren und so wurde ich Zeuge eines physikalischen Wunders aus Geschwindigkeit, Rotation und Schwerkraft. It´s magic.  Naja, dafür war es günstig und irgendeinen Tot stirbt man bekanntlich immer.

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Apropos Sterben. Der nächste Transfer wird für mich nicht angenehmer, steht ja der 5,5 stündige Flug nach Phoenix an. Nachdem der Sicherheitscheck mit Bravour gemeistert  und ein aberwitziges Sandwich für 18 Dollar verspeist wurde, lies ich die letzten Tage nochmal Revue passieren. Ich habe soviel unterschiedliche Eindrücke erlebt, dass es kaum in Worte zu fassen ist. New York muss man einfach erleben. Die Stadt, die Atmosphäre und die Menschen. Oh Gott, die Menschen. Unterschiedlicher kann ein Menschenschlag nicht sein. Auf der einen Seite, muss man sich von gewissen Taschendieben in Acht nehmen und sollte es tunlichst vermeiden,  nachts im Central Park herum zu stampfen, auf der anderen Seite erlangt man sofortige Hilfe, wenn man fragend in der Subway steht und nicht genau weiß, welches Ticket man ziehen soll. An dieser Stelle nochmal ein großes DANKE an den 70ig – Jährigen New Yorker namens Kurt, der, wie sich herausstellte, gebürtig aus Erlangen kommt. Diese Franken – eine reinste Heuschreckenplage.

Boarding. Einmal tief durchatmen, Augen zu und durch, wie schlimm kann es schon werden. Ach ja, ich habe ein Sitzplatz in letzter Reihe „ergattert“. Ich Glückspilz. So werden wenigstens meine Ängste und Gedanken von der ständigen Geräuschkulisse der Passagierstoilette übertönt. #positivdenkenkannich. Was jetzt noch fehlt ? Genau, mein Resumé. Mit der Skyline vor Augen, ist das ein leichtes.

Freizeitangebot: ♥♥♥♥♥

Gastronomie  : ♥♥♥♥

berufliche Perspektiven: ♥

Lebenskosten: -♥

Besonderheiten: ♥♥♥♥♥

Menschen: ♥♥♥♥♥

Next stop, Phoenix. Endlich Wärme und Sonne. Ich freu mich drauf.

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Eine Stadt und ihr schreckliches Schicksal

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Im Hausflur kam mir der Geruch von Essen entgegen. Ich kam gerade von der Schule nach Hause. Meine Mum wartete schon mit Spinat, Spiegelei und Stampf auf mich. Während sie alles liebevoll auf den Teller drapierte, erzählte ich ihr von meinem, für mich, anstrengenden Tag. Ich bin 15. Voll mit irgendwelchen Hormonen, Problemen, die unüberwindbar erscheinen und das Schlimmste, es war gerade erst Dienstag. Ich mag keine Dienstage. Ich korrigiere mich. Ich hasse sie. Zum einen lag bis zum Wochenende die Hälfte an Woche noch vor mir, zum anderen muss ich gleich zur Englisch Nachhilfe. Würg. Naja, ein Stündchen zum Chillen hatte ich noch. Also, schnell ab zum Sport. Scherz, wie gesagt, ich bin 15 und bevorzuge eher Nutellagläser gepaart mit TV. Glas auf, Fernseher an und da waren sie: Unerwartet, unbegreiflich und unvorstellbar. Auf jedem Sender der gleiche grausame Anblick. Es ist nicht irgendein Dienstag. Heute schreiben wir den 11.09.2001. Es ist genau 10 Minuten her, als der Flug AA 11 in den Nordturm des World Trade Centers in New York einschlug. Wie konnte das bloß passieren ? Es kann nur ein furchtbarer Unfall sein. Weitere sieben Minuten später wurden wir eines Besseren belehrt. Flug UA 175 schlägt in den Südturm ein und wir alle wurden zu Zeugen. Wir ? Ja, wir. Es war eindeutig ein Anschlag. Nicht nur Anschlag gegen New York, nicht nur gegen die USA, es war ein Terrorakt gegen die gesamte westliche Welt. Es traf Amerika direkt im Herzen und es sollte nichts mehr so sein, wie es einmal war.

im Herzen von NY

Diese Bilder brannten sich in unsere Köpfe. Das Wahrzeichen von New York stand lichterloh in Flammen. Überall tapfere Feuerwehrmänner, die alles gaben, um die Katastrophe in den Griff zu bekommen. Panische Menschen, etwa 200, die sich aus den obersten Fenstern der Türme in den Abgrund stürzten, weil sie keinen anderen Ausweg fanden, als jenen. 9.59 Uhr Ortszeit gab der Südturm nach. 10.28 Uhr folgte ihm der Nordturm. New York wurde von einem grauen Schleier, bestehend aus Staub, Rus und Geröll umschlungen. Die Twins, bestehend aus unglaublichen 200.000 Tonnen Stahl und 325.000 m3 Beton, waren dem Erdboden gleich. Schlimmer, an diesem Tag verloren 2.992 Menschen ihr Leben, darunter 127 Passagiere, 18 Besatzungsmitglieder, 343 Feuerwehrleute, 60 Polizisten und acht Sanitäter. 2.992 Familien wurden zerrissen, 2.992 Partner verloren ihren Mann oder ihre Frau und 2.992 beste Freunde waren plötzlich ohne.

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Es sind knappe 15 Jahre vergangen und nun sitze ich mit meiner Besten am Memorial Place. So heißt der Platz heute, an dem früher diese gewaltigen Türme in den Himmel ragten. Bevor wir die Fundamente der Twins am Ground Zero aufsuchten, ging es zunächst zu einem anderen Turm. Der Freedom Tower, auch bekannt, als das One World Trade Center, war die amerikanische Antwort auf 9/11. Es ist das höchste Gebäude der Vereinigten Staaten und das Vierthöchste der Welt. Genauer gesagt ist der Tower 1776 Fuß hoch. Diese Höhe entstand nicht aus reinem Zufall. Sie symbolisiert das Jahr der Unabhängigkeitserklärung. Für die Einen ist dieses Gebäude eine architektonische Meisterleistung, für Andere der wohl größte nach Osten gerichtete Mittelfinger auf Erden. Vor allem Nachts sticht der Freedom Tower durch seine bewusst gewählte, grelle Beleuchtung aus der Skyline von New York heraus. Egal wie, er ist ein Mahnmal und eine Erinnerung, die niemals vergessen werden darf.

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Seitdem 29.05.2015 ist dieser Turm, besser gesagt, die gewaltige Plattform offiziell für jeden zugänglich. Alles, was man für die Erklimmung des Turmes benötigt, ist das nötige Kleingeld für den Eintritt sowie für ein evtl. Kaltgetränk on the top. Tipp: Nehmt viel Kleingeld mit. Böse Zungen würden behaupten, 18 Dollar für ein Heineken, ist Wucher. Aber eins verspreche ich euch: Jeder Dollar ist es wert. Ich möchte nicht zu viel verraten, da es jeder selbst einmal erleben sollte. So viel sei euch gesagt, es erwarten euch einige Specials. Überwältigt vom einmaligen Ausblick, traten wir nach ca. zwei Stunden wieder den „Abstieg“ in Form eines Aufzugs an. 1776 Fuß in 60 Sekunden ist nicht jedermanns Sache, aber was hatten wir zu verlieren. Ach ja, unser jeweils 18 Dollar Bier.

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Unten angekommen, ging es zu dem Ort, an dem das Unglück geschah. Es war ein komisches, wenn nicht sogar beklemmendes Gefühl. Da waren sie direkt vor uns, die „Fußabdrücke“ der Zwillingstürme. Man muss sich zwei gewaltige Wasserbecken in Form von Vierecken vorstellen. Jedes Becken hat in der Mitte ein schwarzes Loch. Hier fällt das Wasser neun Meter in die Tiefe. Diese zwei Gedenkstätten zählen, als größte jemals von Menschenhand erbauten Wasserfälle. Umrandet werden sie jeweils von einem Kumpferrand, in jenem alle Namen der Opfer verankert wurden. Lediglich auf die Namen der Attentäter wurde verzichtet. Vereinzelt stecken frische Rosen zwischen den Namen. Man hat hier nicht nur einen Ort des  allgemeinen Gedenkens geschaffen, sondern auch den Hinterbliebenen die Möglichkeit gegeben, seinen Lieben nahe zu sein.

Ground Zero

Der 11. September 2001 ging in die Geschichtsbücher ein, damit diese Tat niemals vergessen wird. Ground Zero, ein Ort, der einem vor Augen führt, was Hass anrichten kann, wie dumm die Menschen sein können und wie wertvoll das eigene Leben ist. Noch immer kreisten die Bilder in meinem Kopf und der Geruch von Spinat lag mir in der Nase. Ich und so viele andere Menschen werden diesen Tag wohl niemals vergessen. Aber, wie sagte Bundespräsident Rau damals sehr treffend: „Wir dürfen uns von niemandem dazu verleiten lassen, ganze Religionen oder ganze Völker oder ganze Kulturen als schuldig zu verdammen.“   Mit diesen gemischten Gefühlen machten wir uns wieder auf dem Weg. New York, was kommt als nächstes ?

New York, New York wir fahren nach New York !

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 New York! Was fällt mir zu dieser Stadt als erstes ein ? Um ehrlich zu sein: So einiges. Diese Stadt begleitet mich seit Jahren, wenn nicht sogar Jahrzehnten und zwar in Form von der legendären Serie “ Sex and the City“. Sorry, ich bin mit dieser Serie groß geworden und aufgrund dessen wurde mindestens über 10 Jahre lang einmal die Woche zu meinen Freundinnen gesagt: „Irgendwann müssen wir nach New York City!“  Es mag vielleicht etwas klischeehaft klingen und mir ist auch bewusst, dass dieser Satz nicht nur in unserem Kreise gefallen ist, aber ist mir wursti. Ich muss mindestens einmal in meinen Leben auf der Brooklyn Bridge stehen und die Szene von Miranda und Steve nachspielen, einmal Nachmittags mit meinen Freundinnen in einem Kaffee sitzen, total overdressed und stilgerecht Champagner schlürfen und mindestens einmal in einem wunderschönen, mädchenhaften Kleid einem Taxi hinterher brüllen, so laut, dass jeder Bauarbeiter neidisch werden würde. Irgendwann, will ich das erleben. Irgendwann war jetzt.

Wilson Travelyst

Okay, der Masterplan, mit all´ meinen Chicas New York zu erobern, wies gewisse Lücken auf. Es wird wohl auch eine Lebensaufgabe werden, alle zu gleicher Zeit über den großen See zu bringen, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich nie.  Letztendlich eroberte ich die City mit meiner besten Freundin, mit meinem besten Freund und Wilson. Wenn ihr euch jetzt fragt, wer Wilson schon wieder ist, kurz eine Erläuterung: Wilson ist mein treuer Wegbegleiter. Meistens bin ich auf meinen Reisen alleine unterwegs und ja, ich brauche auch eine gewisse Aufmerksamkeit. So wurde Wilson ins Leben gerufen, der mir stets zur Seite steht. Darin ist er wirklich gut, hat er doch schon Tom Hanks in dem Film Cast Away die Stange gehalten und da ich mich ab und an auch verschollen fühle, ist er wie geschaffen für mich. Aber zurück zu New York City. Nach 8,5 Stunden Flugzeit standen wir endlich am Gepäckband in Newark und die Zeit lief ab jetzt. Uns bleiben genau 64 Stunden bis unsere nächster Flieger nach Phoenix startet. 64 Ministunden. Wir hatten einfach keine Zeit zu verlieren. So war es klar, dass wir auf gar keinen Fall mit dem Bus zu unserem Hostel Pod 39 fahren würden. Denn jeder weiß, dass ein Bustransfer zum Hotel einer Geiselnahme gleicht. Also brüllten wir ein Taxi herbei. Okay, wir stiegen einfach in eines der zahlreichen Taxen vor dem Flughafen ein, aber das mit dem Brüllen wird noch durchgezogen.

pod 39 - New York

Ich kann euch gar nicht mehr genau sagen, wie lang die Fahrt dauerte, aber an den Preis kann ich mich ganz genau erinnern. 88 $ waren mit dem Fahrer vereinbart. Was wir nicht wussten, zuzüglich Tax sowie sämtlichen Mautgebühren für Brücken, Tunnel, geteerte Straße ,what else für alles noch. Unterm Strich zahlten wir 113 $ für eine geschissen Taxifahrt. Könnt ihr auch den Skandal, der in der Luft liegt, riechen? Das ist eindeutig ein Fall für Metamathematik und Mr. X!  Ein Flug von Frankfurt nach New York (6202 km) kostet round about 400 €. Eine Taxifahrt vom Flughafen Newark zu meinem Hostel (28 km) umgerechnet 102 €. Logisches Fazit: X = 1,80 € ! Genau diese Summe werden ich dem Piloten das nächste Mal entgegen werfen mit der Aufforderungen, mich mit seinem Flieger zum Hostel zu fahren. Egal, getreu dem Motto, was kostet die Welt, ich nehme zwei, stand ich wenige Minuten später auf der hauseigenen Dachterassse und genoß den ersten Cocktail auf amerikanischen Boden. Dabei die Skyline vor Augen und fetzige Musik aus den 80igern im Ohr. Sorry, aber das lief definitiv unter  den Begriff „Leben genießen“.

new York city girls

Nach einer kurzen, aber erholsamen Nacht, begann die Erkundungsphase. Was hat New York alles zu bieten? One World Center, Big Apple, Central Park, Time Square, Grand Central Station, nicht zu vergessen die Manhattan und Brooklyn Bridge, da gab es ja noch  gewisses Date bzw. eine Szene nachzustellen. Die Liste war lang, also machten wir uns unverzüglich auf den Weg zum – Tommelwirbel- Shopping. #Prioritätensetzenkannich. An dieser Stelle möchte ich auch gleich das Wort Zollfreibetrag in den Raum schmettern und gleichzeitig als mein Unwort des Jahres 2016 nominieren. Ganz genau beträgt der Zollfreibetrag 430 €. Lächerlich und reinste Schikane, aber das sollte man wissen, bevor man seine Kaufrauschtour beginnt. Mit einem Stadtplan bewaffnet, stürmten wir den Time Square und was soll ich sagen, er ist noch beeindruckender, als ich ihn mir vorgestellt hatte. Es ist eine reinste Reizüberflutung. Tausende Lichter, Musik aus allen Ecken, begleitet vom ständigen Taxigehupe, das zugegebener Maßen, der Stadt diesen Flair verleiht, gekrönt von den verschiedenen Menschen aus aller Herrenländern. Die Geschäfte reihen sich nur so aneinander und die kulinarischen Genüsse kommen hier auch nicht zu kurz. Hier findet man einfach alles. Ich bin mir sicher, wenn es  einen Nabel der Welt geben würde, dann wäre er eindeutig hier zu finden.

Wir liefen weiter gen Downtown. Um genau zu sein, war unser Ziel Lower Manhattan. Der südlichste Teil von besagter Insel. Unser Weg sollte uns durch die Stadtteile Little Italy und China Town führen. Warum sollte? Little Italy war so „little“, das wir es einfach nicht gefunden haben bzw. waren wir laut Karte da, aber wie gesagt es war einfach zu little. Dafür machte es China Town wieder wett. Soviel China habe ich auf so wenig Platz noch nie gesehen. Aber, jeder der mich kennt, weiß, dass ich mich pudelwohl gefühlt habe. Was soll ich sagen, ich bin eben ein Fan der asiatischen Kultur. Nachdem wir uns den Weg durch das gastfreundliche Völkchen gebahnt hatten, stand sie vor uns. Überwältigend war dieser Anblick und fragt mich nicht warum, aber ein gewisses Freiheitsgefühl kam auf. Nein, wir standen nicht vor der berühmten Liberty Statue sonder mitten zwischen Manhattan und Brooklyn Bridge.

manhattan meets broocklyn

New York, you made my day und das, war erst der Anfang…

 

Ready, steady, Gesichtsentgleisung !

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Es war soweit: 21.05.2016, 4:35 Uhr, der Wecker schellte. Absolut unnötig, als ob ich jemals eine Sekunde schlafen hätte können. Warum? Zum Einen war es die Vorfreude auf meine Liebste, die ich nach einer gefühlten Ewigkeit endlich wieder in die Arme schließen durfte und die, wenn alles gut geht, in New York am Flughafen auf mich wartet. Zum Anderen, die nicht unbegründete Todesangst, jämmerlich mit dem Flieger auf dem Meer zu zerschellen, von Haien angefressen zu werden und für immer als verschollen zu gelten. Ja, ich bin immer noch ein Lappen, was das Fliegen betrifft und es war natürlich so klar, dass genau ein Tag vor meinem Abflug ein Flugzeugunglück passierte. Darüber wurde natürlich ausgiebig in sämtlichen Medien berichtet, was meine Lage nicht unbedingt besser machte. Ich gebe nun mal ungern etwas aus der Hand. In diesem Falle war es eben mein Leben. Zu meiner Verteidigung ist zu sagen: „Ich bin nicht der einzige Lappen in Deutschland.“ Genauer gesagt, ist laut einer Statistik jeder vierte Deutsche ein Fluglappen. Okay, man redet in der Medizin nicht von Fluglappen sondern von Aviophobie, aber das Resultat ist das Gleiche. Letztendlich musste ich dem Piloten einfach vertrauen. Wie viele Flugstunden hat er schon absolviert? Wie erfahren wird er wohl sein? Und wie schwierig ist es, seine Telefonnummer raus zubekommen, um mit ihm bei einem netten Pläuschchen die Flugroute zu besprechen und sich so gleich besser kennen zu lernen? Fazit: Es war zu schwierig.

himmel

Bevor aber die Supersause mit dem Flieger beginnen konnte, musste ich es erstmal bis zum Frankfurter Flughafen schaffen. Wie schon im letzten Bericht erwähnt, war die Anreise mit eigenem Auto ausgeschlossen, da mein Kofferraum einen Stauraum von maximal drei Schuhkartons hergibt. Vorausgesetzt, man hat eine maximale Schuhgröße von 37. So musste kurzerhand ein Leihwagen her, den man dann ganz bequem am Flughafen abstellen konnte. Voraussetzung hierfür,  man findet die Rückgabestelle. Gut, dass Frankfurt einen so kleinen Flughafen bietet, überschaulich obendrein – Nicht! Ich war kurz davor, diese Dreckskarre auf dem Rollfeld zu parken. Es war natürlich auch klar, dass ich es nicht auf die Reihe bekam, dieses Auto wieder vollgetankt zurück zu geben. Aber was sollte schon ein halber Tank Diesel kosten? Ich sage es euch! Ein Vermögen !!! Um genauer zu sein „angemessene“ 92 €! Da hätte ich auch gleich nach New York fahren können! Wusa, ich verschwendete keine Energie, um mich großartig aufzuregen, brauchte ich doch Diese, um meine Todesangst aufrecht zu halten.

Freiheit

30 Minuten später war mein Koffer aufgeben, der Sicherheitscheck wurde mit meinen 100 ml Behälter mit Bravour gemeistert und das richtige Gate war ausfindig gemacht. Jetzt hieß es nur noch 3,5 Stunden warten bis das Boarding beginnen konnte. Memo an mich: Zeitmanagement über-arbeiten. Zeit genug, nochmal sämtliche Freunde an zu schreiben, Facebook & Co zu checken und ach ja, ich musste ja standesgemäß mit meiner Anwesenheit bei den restlichen Passagieren Angst und Schrecken verbreiten. Was, wie immer mit meinem äußerlichen Erscheinungsbild ( Stressflecken und Schweißflecken sei Dank ) ein Klacks war. Dann näherte sich das Boarding! 10 Minuten! Ich war gerade dabei, mir meinen I Pod ins Ohr zu schmettern, um mich mit musikalischen Klängen selbst zu beruhigen, als das Unmögliche geschah. Vorab ist noch einmal zu erwähnen, ich stand kurz vor meinem ersten Langstreckenflug, alleine, ohne jeglichen Beistand und einen wichtigen ausschlaggebenden Punkt hatte ich nicht bedacht. Ich habe mit Abstand die besten Freunde dieser Welt, die sich anscheinend  in einem Punkt einig waren. Wir dürfen sie in dieser Lage nicht alleine lassen. So begann mein aufregender Trip mit einer (von vielen) Überraschungen. Darüber Schreiben, unmöglich. Die passende Worte zu finden, ausgeschlossen. Gut, dass es ein Video darüber gibt.

Ich möchte an dieser Stelle nochmals wiederholen: „Ihr Assis“! Wochenlang sah mir mein gesamter Freundeskreis dabei zu, wie ich mich zunehmend verrückt machte. Schaffe ich meine Anschlussflüge? Finde ich meine Gates? Komme ich überhaupt jemals an? Warum mache ich diesen Kack überhaupt? Um letztendlich mit meinem besten Freund Sebastian fliegen zu dürfen.

Jeder war informiert. Freunde, Familie bis hin zu meinem Reisebüro, das hinter meinem Rücken die gesamten Flüge für meinen Besten mit buchte. Flüge, Hotels sogar der Sitzplatz neben mir war für ihn reserviert. Es war einfach der Wahnsinn und ich kann mich glücklich schätzen, dass ich solche Freunde habe, aber ehrlich, ihr hättet mir einiges an Nerven ersparen können, deswegen ein erneutes und pfiffiges: Ihr Assis !!!!! Nun konnte die Reise endlich beginnen. Noch ganz durcheinander und aufgeregt, ein reines Wechselbad der Gefühle, nahmen wir unsere Plätze ein. Ich wurde ruhiger, da ich jetzt wusste, rechts neben mir einen seelischen Beistand zu finden. Beistand! Paahhhh! Wenn ich mich nicht in seinen Arm gekrallt hätte, hätte er den Start fast verschlafen. Wie kann man  innerhalb von zwei Minuten in einen komatösen Schlaf verfallen. Das ist wohl so ein Männerphänomen. Egal, ich war wirklich froh ihn bei mir zu haben. Es vergingen keine zwölf Minuten, da beschloss ich meiner noch auf sich wartenden Tiefenentspanntheit in Form von harter Pharmazie nachzuhelfen. Yeaahh! Jeder kann sich nun denken was folgte. Genau! Ich „folg“ mit dem Flieger um die Wette. Vier Mahlzeiten, zahlreiche Folgen von „How I meet your Mother“ und dem ein oder anderen Gläschen Vino, der übrigens vorzüglich zu meinen „Spaßmachern“ passte (zur Nachahmung ist ausdrücklich abzuraten) später, steckten wir schon mitten im Landeanflug.

NEW York Da war sie. Die berühmt berüchtigte Skyline von New York. Freude stieg auf. In wenigen Minuten werde ich nicht nur in der aufregendsten Stadt der Welt stehen, sondern mich erwartete hier noch meine Beste. USA Trip mit meinen zwei Besten sozusagen. Manchmal kann ich mein Glück selbst nicht fassen. Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, das war erst der Auftakt. Was wir alles erlebten, ihr dürft wirklich gespannt sein.