Eine Geschichte über Erfolg, Glückseligkeit und Bullenklöten

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Logbuch: New York, Stunde 50, es ist ein sonniger Tag, der Geldbeutel ist leer und uns verbleiben noch 12 Stunden, bis unser nächster Flieger Richtung Westen startet. Wir waren am Time Square und haben unsere Kreditkarten zum Glühen gebracht, waren im Central Park und haben uns fast verlaufen, waren im Macy´s und haben uns mit der legendären Holzrolltreppe transportieren lassen.

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Last but no least, habe ich  noch einen Bullen an die Klöten gelangt. Was habe ich? Wenn manche nun denken, dass ich einem Police Officer an sein bestes Stück gelangt habe und schreiend weg gelaufen bin, dann ist nur Eines entgegenzubringen. Schmutzig und nein, habe ich nicht. Bei dem Bullen handelt es sich, um den Charging Bull, auch bekannt als Wall Street Bull und er soll Männlichkeit und Mut verkörpern. Er steht, wie der Name schon verrät, in der Wall Street. Ursprünglich stellte er Straßenkunst dar, aber der Schaffer Arturo Di Modica wollte damit etwas ganz anderes ausdrücken: Diese Bronzestatue soll ein Symbol dafür sein, dass man, egal woher man stammt, egal welche Nationalität oder egal welche Herkunft, durch Entschlossenheit und harter Arbeit erfolgreich werden kann. Wirklich very nice, warum er aber unbedingt Männlichkeit ausdrücken muss, ist für mich, eine Frau, natürlich ein wenig unbegreiflich. Wissen wir doch alle, dass auch Frau durchaus sehr erfolgreich sein kann. Das dachten sich bestimmt so einige Frauen und führten diese witzige Tradition ein. Wer besagten Bullen an die Klöten langt, wird erfolgreich und hat lebenslang Glück. Kurz vorab: Ich und geschätzte weiteren Trillionen Menschen werden sehr viel Erfolg und  lebenslang Glück haben. Woher ich das weiß ? Das haben mir dir extrem abgenutzten Klöten verraten. Nicht auszumalen wie dieser Bulle enden wird. Männlichkeit au revoir !

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Eine halbe Stunde später und Richtung Up Town stand ich vor dem nächsten atemberaubenden Building. Die Überleitung gestaltet sich gerade etwas tricky. Wie gelingt es mir von einem Bullen mit gewissen Männlichkeitsproblemen, zu dem Trump Tower zu schwenken und dabei politisch korrekt zu bleiben? Um ehrlich zu sein, gar nicht. Im Gegenteil, ich finde es zum Brüllen. Zurück zum Tower. Er befindet sich in Manhattan und ist stolze 202 Meter hoch. Die Fassade ist in einem Bronzeton gehalten. Wie erinnern uns zurück, Bronzestatue mit abgewetzten Gemächt. Immer noch zum Brüllen. Aber ich muss zugeben, dass Gebäude hat etwas einzigartiges und wunderschönes. Was es ist? Es steht direkt neben dem historischen Juweliergeschäft „Tiffany“. Sorry, aber es lautet schließlich: Diamonds are the girls best friend und nicht Bronze. Nachdem ich mir ausgiebig die Nase an den Schaufenster platt gedrückt habe, überlegte ich mir, wie ich schnellstmöglich an Geld gelangen könnte, um mich bei Tiffany stilgerecht einzudecken. Ein Gedanke, ein Wort. Glücksspiel! Wie der Zufall so will, hebt ja in wenigen Stunden mein nächster Flieger Richtung Westen ab. Okay, es geht nicht nach Las Vegas, NOCH nicht, sondern erstmal nach Phoenix. In wenigen Stunden ? Genau dieser Zustand veranlasste mich, ein wenig in Stress auszubrechen. Warum? 1. Ich leide an dem typischen Organisationsproblem – Syndrom bis ich ein Zeitproblem – Syndrom erlange und 2. Ich muss schon wieder fliegen. Aber erstmal zum Flughafen gelangen, ohne einen Kredit aufgrund der Taxipreise aufzunehmen, in eine Schuldenfalle zu stürzen und letztendlich bei Zwegat und seiner Flipchart zu landen. Nach ausgiebiger Recherche, blieb nur noch eine kostengünstige Alternative, um an den Flughafen zu kommen. Bustransfer. Dieses Wort ist übrigens der kleine Bruder von Geiselnahme. Das Einzige, was auf dieser Fahrt noch unangenehmer war, als der verschwitzte Fahrer vor mir, war der bedenkenswerte Zustand des Lenkrades. Mit der Spureinstellung eines Busses nimmt man es hier anscheinend nicht so genau. So wundert es mich nicht, dass der Fahrer von spontanen, monsunartigen  Schweißausbrüchen heimgesucht wurde, während er versuchte, den Bus irgendwie um eine Kurve zubekommen. Hier kam es eindeutig zu Gute, dass die Bremsen, sagen wir mal, suboptimal waren und so wurde ich Zeuge eines physikalischen Wunders aus Geschwindigkeit, Rotation und Schwerkraft. It´s magic.  Naja, dafür war es günstig und irgendeinen Tot stirbt man bekanntlich immer.

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Apropos Sterben. Der nächste Transfer wird für mich nicht angenehmer, steht ja der 5,5 stündige Flug nach Phoenix an. Nachdem der Sicherheitscheck mit Bravour gemeistert  und ein aberwitziges Sandwich für 18 Dollar verspeist wurde, lies ich die letzten Tage nochmal Revue passieren. Ich habe soviel unterschiedliche Eindrücke erlebt, dass es kaum in Worte zu fassen ist. New York muss man einfach erleben. Die Stadt, die Atmosphäre und die Menschen. Oh Gott, die Menschen. Unterschiedlicher kann ein Menschenschlag nicht sein. Auf der einen Seite, muss man sich von gewissen Taschendieben in Acht nehmen und sollte es tunlichst vermeiden,  nachts im Central Park herum zu stampfen, auf der anderen Seite erlangt man sofortige Hilfe, wenn man fragend in der Subway steht und nicht genau weiß, welches Ticket man ziehen soll. An dieser Stelle nochmal ein großes DANKE an den 70ig – Jährigen New Yorker namens Kurt, der, wie sich herausstellte, gebürtig aus Erlangen kommt. Diese Franken – eine reinste Heuschreckenplage.

Boarding. Einmal tief durchatmen, Augen zu und durch, wie schlimm kann es schon werden. Ach ja, ich habe ein Sitzplatz in letzter Reihe „ergattert“. Ich Glückspilz. So werden wenigstens meine Ängste und Gedanken von der ständigen Geräuschkulisse der Passagierstoilette übertönt. #positivdenkenkannich. Was jetzt noch fehlt ? Genau, mein Resumé. Mit der Skyline vor Augen, ist das ein leichtes.

Freizeitangebot: ♥♥♥♥♥

Gastronomie  : ♥♥♥♥

berufliche Perspektiven: ♥

Lebenskosten: -♥

Besonderheiten: ♥♥♥♥♥

Menschen: ♥♥♥♥♥

Next stop, Phoenix. Endlich Wärme und Sonne. Ich freu mich drauf.

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